Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Ein freundſchaftliches Souper. 25

und die Ebbe der Ueberlegung eintrat, fielen ſeine Blicke

wieder auf den fremden Mann ihm gegenüber, der leicht

3 mit den Fingern das Glas gefaßt hatte, ruhig an die Decke 4

. 1 blickend rauchte und ſich um die ganze Welt nicht zu küm⸗

4 mern ſchien. Die Uhr der Gaſtſtube pickte vernehmlich und Herr Krimpf dachte, vielleicht habe er ſich doch geirrt, und

das Zuſammentreffen mit ſeinem freundlichen Wirthe ſei ein zufälliges. Dann aber kam es ihm wieder in den Sinn, daß bei Hofe zwei Parteien ſeien, die des Regenten, und die andere der Prinzeſſin Eliſe. Der letztern diente er, zur erſteren gehörte vielleicht ſein Gegenüber. Konnte nicht

ſein Beſuch am Schloſſe bemerkt worden ſein? Als Krimpf

8 an ſeine Portraits dachte, faßte er mit der Hand an ſeine Bruſttaſche, worin er die Blätter aufbewahrt hatte, eine Bewegung, die dem Major nicht entging.

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Dieſer hatte indeſſen Zeit zur Ueberlegung gehabt. Obſchon es nicht ſo leicht ſchien, den Gegner zu überrum⸗ peln, ſo beſchloß er, ihm doch, wenn auch nur mit einem Scheinangriffe, geradezu auf den Leib zu gehen. Er drehte mit der Hand ſeinen langen ſchwarzen Schnurrbart und ſah den kleinen Maler ſo herausfordernd und lächelnd an, daß dieſer ebenfalls nicht umhin konnte, ihn mit einem langen, freundlichen Blick zu betrachten. Da ſchlug das Lächeln des Majors in Lachen über und er ſagte mit außer⸗ ordentlicher Luſtigkeit:Wir ſpielen da eine hübſche Ko⸗ mödie zuſammen. Stoßen wir an und trinken wir unſer