Ein freundſchaftliches Souper. 17
Offizier zu thun habe, mit einem vornehmen Offizier, den er vor Kurzem bei einer großen Parade in der Nähe des Regenten geſehen.
Herr Krimpf dachte gern, dachte ſchlau und verſtändig, und da ſeine Gedanken ſtets mit Mißtrauen gegen ſeine Mitmenſchen geſpickt waren, ſo fing er an nachzuſinnen, ob die Begegnung mit ſeinem Gegenüber ſo ganz zufällig ſei, ob deſſen Frage nach einer Reſtauration, da doch das Schild an dem Hauſe dieſes Wort ſo deutlich zeigte, daß Einem faſt die Augen weh thaten, nicht ein Vorwand war, mit ihm zu ſprechen; ſelbſt das Hinlegen des Spazierſtockes war vielleicht nicht unabſichtlich geſchehen, und wenn er alles das zuſammenhielt, wenn er überlegte, daß jener Offizier mit dem Hofe in genauer Berührung ſtand und daß er ſelbſt eben in einer geheimen Miſſion dort geweſen, ſo ſchien es ihm nicht unmöglich, daß er zu irgend einem ihm bis jetzt noch unbekannten Zweck hieher in die Reſtau⸗ ration gebracht ward. Herr Krimpf lächelte ſtill und ver⸗ gnügt in ſich hinein, als er dieſe Betrachtungen anſtellte. Er war ſich eines klugen Verſtandes, einer guten Zunge bewußt, Waffen, mit deren Hülfe er es mit Jedem auf⸗ nehmen zu können glaubte.
Herr von Fernow hatte ebenfalls das Geſicht des kleinen Mannes ſtudirt und fand die Schilderung, die ihm Herr Böhler entworfen, vortrefflich. Man konnte nicht leicht Hackländ er. Der Augenblick des Glücks. II. 2


