Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Zwölftes Kapitel.

hinein, wenn er an die Jagd über die Rampe, den Schloß⸗ platz und die Straßen dachte.

Wenn wir ſagen, Herr Krimpf ſtudirte die Speiſe⸗ karte, ſo müſſen wir dem vorſichtigen und etwas miß⸗ trauiſchen Charakter dieſes Herrn Gerechtigkeit widerfahren laſſen, indem wir ſagen, daß er dies nur mit dem rech⸗ ten Auge that, daß aber das linke, auf ſeine uns ſchon bekannte Art von unten herauf lauernd, wobei ihm die Haltung des Kopfes nach der linken Seite ſehr zu Statten kam, ſein Gegenüber zuweilen beſchaute. zum erſten Male bei dem vollen Glanz des gethan, blinzelten ſeine beiden Augen und die eine Hand, die er frei hatte, zuckte auffallend gegen ſein Geſicht. Wenn das Aeußere des Herrn Krimpf auch von der Natur ver⸗

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Gaslichtes

wahrlost war, ſo hatte dagegen ſein Geiſt eine außerordent⸗ liche Schärfe und Lebhaftigkeit, und unterſtützt von einem ebenſo ſcharfen Blicke ward es ihm leicht, einmal empfan⸗ gene Eindrücke feſtzuhalten. Da er Maler war, ſo hatte er namentlich für Figuren und Phyſiognomien ein außerordent⸗ liches Gedächtniß, und dies täuſchte ihn nicht, als er bei ſich dachte, er habe den Mann, der ihm gegenüber ſaß, ſchon geſehen, wenn auch in anderer Kleidung und Umge⸗ bung. So Herr Krimpf, während er anſcheinend gelaſſen auf der Speiſekarte las: Suppe, Beeſſteaks, Cotelettes und dergleichen. Er war aber noch nicht bis zumDeſſert ge⸗ kommen, ſo war er bereits ſicher, daß er es mit einem