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Ein freundſchaftliches Souper. 15 von mir annehmen zu wollen. Es trinkt ſich überhaupt allein ſehr ſchlecht, und ich muß geſtehen, daß mir Wein nur in Geſellſchaft mundet.“
Gegen dieſe höfliche Einladung war nichts einzuwen⸗ den. Herr Krimpf brachte freilich anſtandshalber noch einige Einwendungen vor, einige Aber— Ich bitte— Es könnte zudringlich erſcheinen— doch ließ er ſich bereitwillig am Arme nehmen und folgte darauf ſeinem freundlichen Wirthe nes Stübchen hinter dem allgemeinen Wirthszim⸗
— ees ganz dazu gemacht ſchien, um ein gutes Glas Wein in ſtiller Beſchaulichkeit darin genießen zu können.— Beide nahmen Platz, der Fremde ſchob Herrn Krimpf die Speiſekarte hin, und bat es ſich als eine beſondere Ver⸗ günſtigung aus, daß er ſich ganz nach ſeinem Belieben ein Nachteſſen ausſuchen möchte.
Da das Gaslicht in dem kleinen Stübchen ſehr hell brannte, ſo fanden die beiden ſo unvermuthet Zuſammen⸗ getroffenen vollkommen Gelegenheit ſich gegenſeitig zu be⸗ trachten. Während der Andere die Speiſekarte ſtudirte, muſterte Herr von Fernow ſein Opfer, indem er ſich behag⸗ lich in ſeinen Stuhl zurücklehnte und mit einer gewiſſen Befriedigung ausruhte. Hatte er doch vor der Hand erreicht, was er wollte. Sein Gegenüber, mit den vielleicht koſt⸗ baren Blättern in der Taſche, konnte ihm nun nicht mehr entwiſchen, und im Gefühl des Beſitzes lächelte er in ſich


