Ein freundſchaftliches Souper.
Endlich war der Lakai im Schloſſe verſchwunden und
Herr von Fernow eilte an den Rand der Terraſſe.— Die Rampe, die auf den Schloßhof führte, war lang, ebenſo H dieſer ſelbſt. Niemand dort zu ſehen. Von dem großen 1 Platze liefen vier Straßen aus. Mit ſeinem ſcharfen, ge⸗ 1 übten Blicke hatte der Major die Mündungen derſelben
überſchaut. Der Eingang zu dreien derſelben war leer, in der vierten, gerade unter der Gaslampe ſchob ſich eine G⸗ ſtalt dahin,— eine kleine Geſtalt, ja, er war es. 3 In wenigen Sätzen ſprang Herr von Fernow die Rampe hinab. Wer ihn über den Schloßplatz hätte lau⸗ fen ſehen, müßte irgend ein großes Unglück vermuthet ha⸗ ⸗ ben, das im Schloſſe geſchehen wäre. JIetzt erreichte er die Straße, in welcher der muthmaßliche Herr Krampf verſchwunden war. Ein Blick hinein ließ ſie ihm in ihrer bedeutenden Länge als ganz leer erſcheinen. Doch nein, dort bewegte ſich etwas auf dem Trottoir. Herr von Fer⸗ now hätte ſelbſt lächeln mögen über die außerordentliche Anſtrengung, die er machte, um vorwärts zu kommen, und dabei hatte er ſich noch in Acht zu nehmen vor den Leuten, 8 die ſich der Nachtluft an den offenen Fenſtern ihrer Häuſer
erfreuten. . Ja, es war die kleine verwahrloſte Geſtalt, die er auf der Terraſſe geſehen, es war Herr Krimpf, der glücklicher⸗
weiſe nicht ſehr eilig nur noch wenige Häuſerlängen entfernt vor ihm herging.


