Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Zwölftes Kapitel.

Wäre es nicht beſſer, wenn das hier gleich auf der Stelle geſchähe? mahnte der Lakai.

Daß man morgen früh die Stücke davon fände! verſetzte Krimpf.Nein, nein, ich will das anderwärts beſorgen. Nur vergeßt mich morgen nicht.

Keinenfalls! verſetzte der Lakai, und man wünſchte ſichgute Nacht.

Der Lakai ging in's Schloß zurück, und Herr von Fer⸗ now mußte warten, bis er unter dem Hauptportal ver⸗ ſchwunden ſein würde, ſo gern er auch ſogleich dem An⸗ dern nachgeeilt wäre. Er mußte noch dazu ziemlich lange warten, denn der verfluchte Lakai ſchien ein Liebhaber von Orangenblüthen zu ſein. Er zupfte ein paar ſehr hübſche ab, und dies gerade an dem Baume, hinter welchem der Offizier ſtand. Freilich hatte dieſer dabei den Vortheil, das Geſicht des Andern genau zu ſehen, was auch nichts ſchaden konnte, um ihn in irgend einem Falle wieder zu erkennen. Es war das ein dummes, aufgeblaſenes Ge⸗ ſicht, und als der Lakai ſo ſeinen dicken Kopf mit der langen Naſe und den großen Ohren zwiſchen die ſüßduften⸗ den Blüthen ſteckte, gab er ein Bild wie der Eſel, der Roſen frißt. So befand er ſich ein paar Sekunden lang in ſehr gefährlicher Nähe der zuckenden Finger des jungen

Majors. Es iſt eigentlich ein Troſt zu nennen, daß der Menſch nie weiß, wie nahe ihn Gutes oder Böſes um⸗

ſchwebt.