Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Zwölftes Kapitel.

Daß Herr von Fernow ſcharf nach ihm blickte, kann man ſich leicht denken. Er fürchtete bei jeder auffallenden Bewegung, die der kleine Mann mit den Armen machte, und dergleichen Bewegungen kamen häufig vor, jetzt werde er in ſeine Taſche greifen, die Photographien hervorziehen und ſie zerreißen. In dem Falle aber war der Offizier entſchloſſen, ſo ſäuberlich als möglich über ihn herzufallen, ihm die Blätter abzunehmen und ihn darauf fürſtlich zu belohnen.

Aber Herr Krimpf zog die Blätter nicht aus der Taſche. Wohl ſchlenkerte er mit ſeinen Armen hin und her, wohl hob er ſie zuweilen zuckend gegen ſein Geſicht, aber dabei blieb es vorderhand. Noch eine Zeitlang ging er gerade aus, zuweilen einen Augenblick vor einem Laden ſtehen bleibend, zuweilen ſogar ſich halb umwendend, als wolle er einen andern Weg einſchlagen. Jetzt bog er rechts in eine Seitengaſſe und der Offizier beeilte ſich ihm nach⸗ zukommen, damit er ihm nicht in irgend ein Haus ent⸗ ſchlüpfe.

Doch war dieſe Befürchtung unnöthig. Herr Krimpf ſchien weder die Abſicht zu haben, einen Beſuch zu machen, noch überhaupt ſehr eilig zu ſein. Denn jetzt in der ſchmalen Gaſſe angekommen, ſchlenderte er dahin, wie Je⸗ mand, der ſeine Zeit auf irgend eine Weiſe tödten will.

Ja, er blieb hie und da ſo plötzlich und lange vor einer 4 beleuchteten Boutique ſtehen, daß der Andere alles anwenden

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