Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Elftes Kapitel.

rief der Andere.Den ganzen Tag werfe ich das Für und Wider in meinem Kopfe herum. So beantworten Sie mir eine andere Frage. Hat das

junge Mädchen einen energiſchen, feſten Cha unr

Gemüth weich, hingebend, oder ſtolz und zurückſtoßen O eher das letztere, und das hat mich ſo unſäglich zu ihr hingezogen.Sie iſt noch ſehr jung? Zwei und zwanzig Jahre.Sie iſt alſo heiter, offen, lebhaft, keiner von jenen ſtillen Charakteren, die nur um Alles in der Welt den Schein meiden mögen, die beſtändig die Augen niederſchlagen, ſo bald ſie ſich bemerkt ſehen, die dagegen feſt zu blicken wiſſen, ſo bald ſie ſich unbeobachtet glauben? Ob ſie heiter und offen und ehrlich iſt! Aber etwas heftig, wenn man ſie reizt, und ſie kann leicht gereizt ſein. Wohlan denn, ſo ſeien Sie klug und ſehen Sie vor der Hand nicht was am dieſſeitigen oder jenſeitigen Fenſter vorfällt. Bekümmern Sie ſich gar nicht darum, ob der drüben irgend welche Schritte thut. Das zu erfahren ſei meine Sache. O ich danke Ihnen. 3 Keinen Dank, bis wir zu einem guten Ende gekommen ſind. Wie geſagt, halten Sie ſich ganz ruhig. Sollte Gefahr vorhanden ſein, ſo werde ich Sie zu benachrichtigen wiſſen. Alſo Ihr Atelier iſt vis-à-vis dem Hinterhauſe? Heinrich Böhler im 4ten Stock, Pfahlgaſſe No. 4. Ich werde mir's merken, und Ihnen vielleicht morgen einen Beſuch machen. Sollte ich das Zimmer verfehlen