Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Leuchtkäfer.

Vielleicht ein Augenblick des Glücks für uns Beide, verſetzte lächelnd der Major, indem er an die geheimnißvollen Photographien dachte.Armer Wenden, ſprach er zu ſich ſelbergich fürchte, dir nochmals in die Quere zu kommen; es war unprophetiſch von dir, mir deine Theorien ſo zuverſichtlich auseinander zu ſetzen doch zur Sache. Er wandte ſich abermals an ſeinen Nachbar.Vor allen Dingen muß ich wiſſen, von welchem Charakter das junge

Mädchen iſt. Verzeihen Sie mir die peinliche Frage: Hal⸗

ten Sie ſie in der That für fähig, ſich in ein Verhältniß einzulaſſen, das durch Zeit und Umſtände gefährlich werden könnte?

Wenn ich das zugäbe, entgegnete der junge Mann, ſo müßte ich ja der Anſicht ſein, ſie liebe mich nicht mehr, und das kann und will ich nicht. Ich will und muß vieles von der Schuld, die ſie vielleicht hat, auf die Einflüſterun⸗ gen ihrer Mutter werfen. Sie wiſſen wohl ſelbſt, was eine tägliche Umgebung vermag. Die Eitelkeit, von einem vornehmen jungen Manne beachtet zu werden, mag auch das Ihrige dazu beigetragen haben. Roſa berechnete in ihrer Unſchuld nicht, was unter ſolchen Verhältniſſen ein Blick des Auges, ein Zeichen zu bedeuten hat. Aber vielleicht hat ſie jetzt ſchon den Abgrund zu ihren Füßen erkannt, und iſt ſchaudernd davor zurück gewichen.

Das iſt möglich, ſagte Herr von Fernow in ruhigem Tone,und dann wäre es am Ende unnöthig, Ihnen in Ihrer Angelegenheit zu rathen. Dennoch fürchte ich wieder, es iſt nicht unnöthig!