Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Elftes Kapitel.

und nach zu umgarnen, es zu ermatten, bis es zu fernerem Widerſtand unfähig in ſeine Netze fiel, ſo wurde der Kam⸗ merherr, wenn es einmal nöthig war einen kecken Schritt zu thun, leicht plump und täppiſch. Darauf baute Herr von Fernow ſeinen Plan.

Es iſt eine delikate Sache, ſprach er nach längerem Nachſinnen,und für einen Dritten ſchwer zu rathen. Sind oder waren Sie wenigſtens von der Liebe des Mädchens zu Ihnen überzeugt?

Ob ich es war! antwortete der junge Mann.Wie ſie mir, ſo war ich ihr Alles. Sie hatte keinen andern Gedanken als für mich und ihr Glück.

Und das Mädchen lebt bei ihrer Mutter? Leider, leider!Dies Leider! beweist mir, daß ich richtig vermuthe. Das Mädchen iſt ſchön, die Mutter eitel; es ſchm zelt ihr, wenn ſich ein vornehmer Herr, wie ſie es ne um ihre Tochter bewirbt.

8* iſt es, ſeufzte der Photograph.

Die Mutter protegirt die Geſchichte mit dem Gegen⸗ über, ja, die Sache iſt nicht ohne Bedeutung.

O, ſie iſt ſehr ſchmerzlich. Ich kann es nicht ertra⸗ gen und werde darüber zu Grunde gehen.

Geduld, antwortete Herr von Fernow mit ermun⸗ terndem Ausdruck,man geht nicht ſogleich zu Grunde, wenn man den Kopf oben und die Augen offen behält. Wir müſſen ſehen, wie zu helfen iſt.

Wenn es ein guter Augenblick geweſen wäre, daß ich Sie hier getroffen! ſagte der Andere im herzlichſten Tone.