Leuchtkäfer. 243
ſich dann gegen ſeinen Nachbar, um kein Wort von der leiſen Schilderung zu verlieren, welche dieſer ihm von den beiden Herren entwarf. Die kleine, lebendige Figur mit dem forcirt jugendlichen Weſen, mit dem ewigen, ſeltſamen Lächeln, mit dem wunderlichen Gange und der zuckenden Bewegung der Hände war ſofort entdeckt: Baron Rigoll, wie er leibte und lebte. Die fernere Erzählung des Photo⸗ graphen, daß er ſpäter die beiden Herren an dem gegenüber liegenden Fenſter bemerkt, machte die Entdeckung zur Ge⸗ wißheit. Aber wer konnte der andere Herr ſein? Der Regent, nach der ehrerbietigen Art, wie er von dem Baron
4 Rigoll behandelt ward? Unmöglich jedoch! Was ſollte die⸗ ¹ ſer davon haben, ſich im Geheimen photographiren zu laſſen? V Das hatte keinen Sinn. Wer alſo konnte es ſein? Das Einfachſte war auf alle Fälle, den Photographen nach Hauſe zu begleiten, und ſich eine Copie der beiden Köpfe zeigen zu laſſen. Er nahm ſich vor ihm ſpäter dieſen Vorſchlag zu machen, doch theils getrieben von der wirklichen Theil⸗ nahme, welche er für den jungen Mann gefaßt, theils auch, um das große Intereſſe nicht zu verrathen, das er an den beiden geheimnißvollen Herren nahm, überlegte er einen Augenblick, was in der Sache zu thun ſei. Baron Wenden war nicht ungefährlich; doch da ihm in allen Dingen Ent⸗ ſchloſſenheit und Energie fehlte, und er, ſtatt ſein Ziel durch ein gerädes Darauflosgehen zu erringen, es eebte, ſeine Fäden langſam zu ziehen, wie die Spinne ſen Syſer nach


