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Elftes Kapitel.
„Alle Teufel!“ entfuhr es dem Major, indem er von ſeinem Sitze faſt in die Höhe geſprungen wäre. Obgleich er ſitzen blieb, ſo entging doch die Bewegung, die er machte und der Ausruf des Erſtaunens dem Andern nicht.
„Sie kennen ihn?“ fragte er beſorgt.„Sie kennen
ihn vielleicht ſehr genau, und am Ende that ich Unrecht,
darüber zu ſprechen.“
„Und wenn es mein Bruder wäre,“ entgegnete ernſt Herr von Fernow,„ſo würde ich, nachdem Sie mir Ihr Geheimniß anvertraut, auf Ihrer Seite ſtehen. Aber ſeien Sie unbeſorgt, ich kenne Herrn von Wenden gut, ich kenne ihn ſogar recht genau, und bin daher wohl im Stande, Ihnen einen Rath zu ertheilen. Nur muß ich in dieſem Falle bitten, ohne Rückſicht zu ſprechen, und mir auch nicht
die kleinſten Umſtände zu verſchweigen, die in den letzten
Tagen vorgefallen ſind.“
3 Das that der Photograph, aber was er zuerſt erzählte, drehte ſich immer um denſelben Punkt, daß ſie am Fenſter ſtand und hinüberblickte, daß er das Gleiche that, und Zeichen gab. Als aber der Erzähler darauf zu dem gelun⸗ genen Portrait kam, das er von dem Mädchen gemacht,
und daran knüpfend der beiden Herren erwähnte, die auf
ſo geheimnißvolle Art bei ihm erſchienen ſeien, da wurde die Aufmerkſamkeit des Majors, welche dieſem bis jetzt die Theilnahme für den jungen Mann eingeflößt, auf einmal ganz anderer Art. Er ſchaute vorſichtig umher, und beugte


