220 Zehntes Kapitel.
welche Inſtructionen zu empfangen, ſollte ich an jenem ver⸗ hängnißvollen Abend die bewußte Audienz haben?“
„Die Sie durch Ihren Freund, Herrn von Fernow, ver⸗ eiteln ließen. O, Sie haben das ſchlau angefangen, be⸗ wundernswürdig fein.“
„Aber ich verſichere, daß es mir ein wahres Glück wäre, der durchlauchtigen Prinzeſſin Eliſe mich und meine Dienſte unbedingt und unbeſchränkt anbieten zu können.“
„Und das ſagen Sie mir?“ rief der Oberſtjägermei⸗ ſter,„mir, den Sie in dieſem Augenblick faſt darüber in Verzweiflung ſehen, daß ich mich, verzeihen Sie mir den Ausdruck, der Prinzeſſin mit Leib und Seele übergeben habe?“ Er war bei dieſen Worten in die Höhe geſprungen und griff mit ſeinen Fingern zwiſchen die Halsbinde, wie Jemand, dem es zu warm wird.
Obgleich ſich der Kammerherr bemühte, ein recht ge⸗ ſcheidtes Geſicht zu machen, ſo mußte er ſich doch geſtehen, daß es der Situation angemeſſener geweſen wäre, recht dumm auszuſehen; denn er verſtand durchaus nichts von den Verlegenheiten des Oberſtjägermeiſters, wenn ſich auch unzählige Vermuthungen in ſeinem Kopfe kreuzten.
Seine Excellenz hatte ſich wie ermattet in den Fauteuil zurückgelehnt; ſie faltete ihre Finger zuſammen und ließ die Daumen beider Hände um einander herumſpazieren.„Da ich feſt auf Sie vertraue,“ ſagte Rigoll nach einer Pauſe,„und da ich eine Hülfe vielleicht nothwendig brauche, ſo will ich


