Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

414. Erſtes Kapitel

Allerdings, du auch. Aber dir macht es kein Vergnü⸗ gen, mit irgend einer alten Hofdame im Wagen zu ſitzen. Ol ich ſage dir, fuhr er ergrimmt fort,wenn ich daran denke, daß ich jetzt durchs duftige Grün reiten könnte, viel⸗ leicht an ihrer Seite, denn auch für die junge Herzogin und ihre Damen ſind Pferde hinausbeſtellt, ſo möchte ich gradezu des Teufels werden!

Bei dieſen Worten ſprang er in die Höhe und eilte ſporenklirrend unde ſäbelraſſelnd mit heftigen Schritten auf und ab, daß es in dem weiten Gemach auf allen Seiten widerhallte. Nachdem er ſo einigemale bei dem Kammer⸗ herrn, der ihm lächelnd zuſchaute, vorbeigerast war, blieb er

wieder plötzlich vor ihm ſtehen, ſtreckte ihm beide Hände

entgegen und ſagte mit einem bittern Lächeln:

Und dann willſt du mir noch verbieten, daß ich von mir als von jemandem ſpreche, der gar kein Glück hat?

Allerdings, entgegnete der Andere hartnäckig,von dir und von jedem andern glaube ich das Gegentheil. Das Glück iſt da; es umſchwebt jeden Menſchen...

Wo, wo? rief Herr von Fernow mit komiſchem Zorne; ich will Tag und Nacht mit beiden Händen um mich fnf ſen, umnes endlich einmal zu ergreifen.

Das wäre vielleicht ſo ein Mittel, meinte lächelnd

Herr von Wenden;aber glaube mir, meine Theorie iſt ichtig; das Glück umſchwebt, umtanzt, umgaukelt uns, den Einen freilich mehr, den Andern weniger, und wenn ich dir