Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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beginnt langweilig.

Schickſal beſtändig gegen den Strich zu kämmen ſcheint, die

ſich alles mühſam erringen müſſen, denen nichts gelingt ohne große Mühe und Arbeit, kurz, die, wie du ie fagen beliebſt, kein Glück haben. Ich kenne einen ſolchen, ſagte Fernow finſter,und das wirſt du mir zugeben. Kommt einmal eine Gelegen⸗ heit, ſich auszuzeichnen, ſo bin ich verhindert, dabei zu ſein. Iſt irgendwo in einem Regiment ein gutes Avancement, ſo kannſt du hundert gegen eins wetten, daß es nicht das meinige iſt. Haben wir Beſuch von fürſtlichen Perſonen, ſo kann ich nicht dazu kommandirt werden, weil ich gerade Dienſt beim Allergnädigſten habe. Eben ſo iſt es mit Rei⸗ + ſen an fremde Höfe; ich weiß wohl, man hat nichts gegen 3 mich, aber das Schickſal will, daß ich immer übergangen werde. Andere bekommen Orden und ſehen die Welt, ich bekomme gar nichts und darf mir dagegen die Wände des Stallhofes dort, und meiſtens dann betrachten, wenn irgend⸗ 4 wo ſonſt draußen was Angenehmes los iſt. Heute iſt der Hof nach Eſchenburg, und ich hatte mich darauf gefreut, ich verſichere dir, ich hätte auf meinem Rappen gar nicht ſchlecht ausgeſehen, ach! und es hätte mich gerade jetzt

glücklich gemacht, gut auszuſehen! fuhr er mit einem Seufzer fort.Was geſchieht? Seine Hoheit, der Regent, findet es

angemeſſen, daß ihn die verjährte Wunde ſchmerzt, und ich muß, hol mich der Teufel zu Hauſe bleiben. Und ich? fragte lächelnd der Kammerherr.