Teil eines Werkes 
56. Bd. (1873) Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Wohl bin ich frei nun, wie der Falk'! 299

nach allen Seiten behaglich ausſchauend z als er ſich aber vor der Stadt befand, ſchritt er rüſtig von dannen in die Berge hinein. Da oben war ein Punkt, wo ſich die breite Fahrſtraße ſcharf um eine Felsecke herumbog, und dort blieb er, rückwärts gewandt, einige Minuten ſtehen, nochmals hinabſchauend auf die Häuſermaſſen, denen er jetzt wohl für immer Lebewohl ſagte da lag für ihn eine traurige Vergangenheit: und dorthin, dem weiten Thale zu, an deſſen ſcheinbarem Horizonte ſich gewaltige Bergmaſſen auf einander thürmten eine ungewiſſe Zukunft.

Wohl bin ich frei nun, wie der Falk', Der über die Berge fliegt,

Vor dem die Welt, die ſchöne Welt, Hellſonnig offen liegt;

Doch hat der Falk' ſein heimiſch Neſt, Und wo wird mir einſt Ruh'?

Ach, Keine, Keine find' ich je,

Die mich geliebt, wie Du!