Teil eines Werkes 
56. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Vierundfünfzigſtes Kapitel.

So bin ich ein verlorener Mann, denn ehe ich das Wort zum dritten Male hörte, ließ ich mein weißes Taſchentuch zum Fenſter hinausflattern!

Gerechter Gott, was haben Sie gemacht?

Ihre Königliche Hoheit die Frau Fürſtin⸗Mutter winkten äußerſt gnädig und fuhren davon!

Eine Uebereilung, mein Lieber, welche Sie Ihre Stelle koſten muß, erwiederte Seine Excellenz der Ober⸗Hofmarſchall mit einem kalten, unheilverkündenden Toneich werde ſogleich Ihre König⸗ liche Hoheit die Frau Fürſtin⸗Mutter aufſuchen und darf es ihr nicht verſchweigen, mit welcher Uebereilung Sie gehandelt!

Er wandte ſich raſch um und ließ den unglücklichen Kammer⸗ herrn ſtehen als ein Bild des Erbarmens in ſeines Nichts durchbohrendem Gefühle.

Nachdem die Theilnehmer und Zuſchauer dieſer intereſſanten Verſteigerung nach und nach den Saal verlaſſen hatten, nicht ohne daß eine große Anzahl derſelben unter den herzlichſten Glückwünſchen von Rodenberg geſchieden war, wobei die Herren mit den weißen Halsbinden mit aufgehobenen Händen noch ganz beſonders betonten, daß einer ſolchen That der Segen des Himmels unmöglich fehlen könne, traf der Maler die nothwendigen Anordnungen zur Zahlung des Bildes, ſowie um daſſelbe an die Adreſſe der Frau Marcheſa de Monterey gelangen zu laſſen. Er fuhr zu dieſem Zwecke mit dem Beamten, welcher die Verſteigerung geleitet, nach dem Bank⸗ hauſe, das den Wechſel acceptirt und auch ſeit längerer Zeit Ge⸗ ſchäfte für die Frau Marcheſa beſorgt hatte. Er erſuchte den Chef des Hauſes, dieſer Dame über den Ankauf des Bildes und mit demſelben zugleich eine Notiz zugehen zu laſſen und ſich die Be⸗ ſtimmung zu erbitten, was mit der übrig gebliebenen Summe geſchehen ſolle. Daß des Verſteigerers dabei nicht vergeſſen wurde, ſondern daß er durch ein reiches Geſchenk belohnt ward, brauchte hier eigentlich nicht erwähnt zu werden; doch wollen wir auch in dieſer Kleinigkeit unſere bekannte Wahrheitstreue nicht verläugnen,