Teil eines Werkes 
56. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Wohl bin ich frei nun, wie der Falk!

Achtzigtauſend Thaler zum zweiten Male!

Der Kammerherr von Schenk zog ſein Schnupftuch aus der Taſche.

Und achtzigtaufend Thaler zum dritten....

Der Kammerherr von Schenk war voreilig genug, ſein weißes Tuch flattern zu laſſen, ehe er den verhängnißvollen Schlag gehört.

Und dieſer erfolgte nicht, denn ehe der Beamte im Stande war, den Hammer niederfallen und zu gleicher Zeit die zwei letzten, Alles beendigenden Sylben ertönen zu laſſen, vernahm man die Stimme Rodenberg's, welche in ruhigem Tone, als handle es ſich um eine Kleinigkeit, zwiſchen den beiden entzückt da ſtehenden ſchwarzen Herren die Worte ſprach:Hunderttauſend Thaler!

Zu gleicher Zeit, und das war wohl das Kränkendſte für fein Gegenüber, legte er, ohne den dritten Hammerſchlag abzuwarten, eine Anweiſung von viermalhunderttauſend Franken vor den Beani⸗ ten hin und zog ſich alsdann beſcheiden wieder vom Tiſche zurück, ruhig in der ſicheren Vorausſetzung, daß ihm das Bild zugeſchlagen werden müſſe.

So geſchah es denn auch, nachdem der Verſteigerer möglichſt lange gezögert und Seine Excellenz zu verſchiedenen Malen mit den Blicken befragt.

Hunderttauſend Thaler zum dritten Male!

Und während auf der einen Seite ein lautes Ahl der Be⸗ friedigung und der Freude die dicht herangedrängte Zuſchauermenge durchflog, rauſchte es auf der anderen von den Stühlen empor und ſo eilig wie möglich zum Saale hinaus, ſo daß in wenigen Minu⸗ ten von der ganzen Geſellſchaft nichts mehr übrig geblieben war, als der Ober⸗Hofmarſchall und der Kammerherr Freiherr von Schenk.

Der letztere ſchlug ſeine Hände wie in Verzweiflung zuſammen und ſein ſonſt beſtändig glattes und zufrieden lächelndes Geſicht zeigte jetzt Schrecken und Beſtürzung.Um Gottes willen, ſtieß er mühſam hervor,wir haben das Bild nicht, Excellenz!

Nein, wir haben es nicht!