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294 Vierundfünfzigſtes Kapitel.
Die Sache wurde jetzt ſo intereſſant, daß von allen Seiten ein förmliches Gedränge um den Tiſch entſtand; überall ſtreckten ſich die Hälſe, um die beiden Kämpfer in's Auge zu faſſen. Dieſe aber boten einen ſehr verſchiedenartigen Ausdruck: der Ober⸗Hofmarſchall hatte die rechte geballte Fauſt auf den Tiſch geſtützt und gab ſich, aber auf keine täuſchende Art, jene ſorgloſe Miene von Gleichgültig⸗ keit, welche der Andere ihm gegenüber durchaus nicht zu affectiren brauchte, ſondern in Wirklichkeit beſaß.
Dabei dürfen wir aber nicht verſchweigen, daß die Linke des Hauſes entſchieden für den jungen Mann Partei nahm und daß, ſo oft er ſein Gegenüber mit einer immer größeren Summe ſchlug, ein beifälliges Gemurmel, ja, gelindes Bravo erſcholl.
„Fünfundſechzigtauſend Thaler!- 3
„Zweiundſiebenzigtauſend Thaler!“ betonte Rodenberg eiwas ſchüchtern.
„Dieſer Herr dort,“ vernahm man jetzt die etwas unſichere Stimme des Ober⸗Hofmarſchalls,„kam ſehr ſpät und kennt vielleicht nicht die Bedingung, welche, den Verkauf dieſes Bildes anbelangend, zu Anfang der Verſteigerung vorgeleſen wurde.“
„Darf ich Sie um den Inhalt dieſer Bedingung bitten?“ wandte ſich Rodenberg mit außerordentlicher Höflichkeit an den Beamten.
„Das Bild muß innerhalb vierundzwanzig Stunden baar be⸗ zahlt werden.“
„Ah!“ machte der junge Mann, und das Herz Seiner Excel⸗ lenz klopfte ſtärker, denn er glaubte nicht nur eine kleine Verlegen⸗
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heit in deſſen Zügen bemerkt zu haben, ſondern er ſah zu ſeiner 4. großen Genugthuung, wie Jener in der That Miene machte, ſich zurückzuziehen.
Der Feind war im Weichen begriffen, alſo Victoria! mit einer tüchtigen Salve: „Achtzigtauſend Thaler!“ „Achtzigtauſend Thaler zum erſten Male!“ wiederholte der Beamte,
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