Teil eines Werkes 
56. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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288 Vierundfünfzigſtes Kapitel.

Geſchäftes, in welchem das unvergleichliche Meiſterwerk eines der berühmteſten Maler aller Zeiten und aller Völker dem Verkaufe ausgeſetzt wird. Ich kann hierbei die Bemerkung nicht unterlaſſen,“ fuhr der Beamte fort, nachdem er von einem der ſchwarzen Herren mit der weißen Halsbinde, welcher dicht hinter ihm ſtand, einen ſanften Rippenſtoß empfangen,„daß der Erlös dieſes koſtbaren Bildes, eines ächten Murillo, durch die Munificenz Seiner Hoheit des hochſeligen Prinzen Heinrich für eine mildthätige Stiftung be⸗ ſtimmt worden iſt.“

„Eine ſehr überflüſſige Bemerkung,“ murmelte der Oberhof⸗ marſchall, welcher dicht an den Tiſch getreten war und jetzt ſchon durch furchtlos umhergeſandte Blicke eine vorläufige, gelinde Ein⸗ ſchüchterung verſuchte. 4

Das Bild wurde jetzt von zwei Lakaien neben den Auctiona⸗

tor geſtellt, und als es nun von demſelben mit einer gravitätiſchen Handbewegung enthüllt wurde, brach von allen Seiten ein förm⸗ licher Beifallsſturm los und man applaudirte mit Begeiſterung dieſes wunderbare Kunſtwerk. Nach einer ziemlich langen Pauſe, während welcher der Ver⸗ ſteigerer ſein rothearrirtes Taſchentuch wie in einem Anfluge von Rührung ein paar Mal an ſeine Augen gedrückt, blickte er, den aufgeſtemmten Hammer in der Hand, wie Ruhe gebietend um ſich her und ſagte alsdann mit ſeiner ſchrillen Stimme:„Dieſes Bild, ein ächter Murillo, wird um den Preis von zehntauſend Thalern zum Verkaufe ausgeſetzt.“

Allgemeines Stillſchweigen, dann eine Stimme aus dem Hinter⸗ grunde:„Und fünfhundert Thaler.“

Der Hofmarſchall nickte lächelnd dem Beamten zu, welcher hierauf verkündigte:„Eilftauſend Thaler.“

„Und fünfhundert.“

Daſſelbe Spiel—„Zwölftauſend Thaler.“—„Und fünf⸗ hundert.“

Und eine Minute darauf wieder das gleiche Spiel:„Drei⸗