Teil eines Werkes 
56. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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40 Fünfundvierzigſtes Kapitel.

als zuverläſſig, und wenn er es gar nicht hätte möglich machen können, ſo würde er Ihnen ſicherlich eine Meldung darüber haben zugehen laſſen.“

„Das iſt mein Troſt— wo iſt denn die Marcheſa?“

„Sie ſpricht dort mit dem Staatsrathe von Stumpfenfels,

der ziemlich ſüße Augen an ſie hinmacht.“

„Nach ſeiner Gewohnheit!“ ſagte der Fürſt ärgerlich—„er thäte beſſer daran, ſeine Geſchäfte im Kopfe zu behalten!“

„Ich werde die Marcheſa benachrichtigen, daß Sie ſie erwarten.“

„Thun Sie das, Oheim— wen nehmen wir ſonſt noch mit uns— nur kein großes Cortége!“

„Gewiß nicht, das wäre langweilig— vielleicht den Oberſt⸗ Hofmeiſter.“

„Und meinen erſten Adjutanten— ſonſt gibt es wieder Eifer⸗ ſüchteleien und ſaure Geſichter.“ 4

„Ah, Frau Marcheſa,“ wandte ſich der Fürſt hierauf gegen die ſchöne Spanierin, welche, von Don Joſe gefolgt, am Arme des Prinzen herbeikam—„ich hoffe, Ihnen jetzt in einer wundervollen Decoration die Creme unſerer lebenden Bilder zu zeigen— leider ohne die mitwirkenden Perſonen, die man wegen zu großen Auf⸗ ſehens nicht gut ihren Tanz⸗Engagements entreißen könnte— gehen wir, meine Damen— es iſt zwölf Uhr, und wir dürfen uns auf Rodenberg verlaſſen.“

Der Fürſt bot der Marcheſa ſeinen Arm und die kleine aus⸗ erleſene Geſellſchaft ſchritt dem großen Saale zu, von neugierigen Blicken, von Kopfſchütteln und Achſelzucken verfolgt.

In vem weiten, jetzt wieder halbdunkeln Raume befand ſich Niemand als ein paar Lakaien, welche den Eingetretenen die ſchweren Seſſel hinſchoben und ſich dann zurückzogen.

Hinter dem Vorhange erſchallte eine ſanfte Muſik von vier Waldhörnern wie ein leiſer Windhauch, wie der Klang einer Aeols⸗ harfe, in welche nun nach und nach ein paar andere Inſtrumente

einſetzten, um in einen rauſchenden Satz überzugehen, bei deſſen