Teil eines Werkes 
56. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Ich bin Dir nah', Du ahnſt es nimmer! 31

zu zeigen? Ja, er hatte das gehofft und gefürchtet, und da es doch anders kam, ſo war er dankbar dafür, denn es gab ihm ſelbſt eine ruhige, entſchloſſene Haltung wieder.

Der Fürſt hatte die außerordentliche Gnade, ihn ſelbſt der Marcheſa vorzuſtellen, und der Prinz Heinrich konnte es nicht unter⸗ laſſen, hinzuzufügen:Es iſt Herr Rodenberg, deſſen Sie ſich ſicher aus einer früheren Zeit noch erinnern werden.

Die ſchöne Spanierin ſchaute den jungen Mann mit einem heiteren Lächeln an; dann ſagte ſie, ohne daß auch nur der ge⸗ ringſte Schatten ſichtbar an ihren leuchtenden Blicken vorübergezogen wäre:Gewiß erinnere ich mich! Einer jener liebenswürdigen Künſtler, die ſo freundlich waren, mich an ihrem ſchönen Feſte Theil nehmen zu laſſen wenn ich mich recht erinnere, ſtellte Herr Rodenberg bei jenem Feſte im Walde den Prinzen Maiwein vor.

Prinz Heinrich, der die Marcheſa verwundert anſchaute, wollte darauf etwas entgegnen; doch kam ihm Rodenberg, aller Etiquette zum Trotze, zuvor, indem er mit einer tiefen Verbeugung ſagte: Ich bin für die gütige Erinnerung der Frau Marcheſa außer⸗ ordentlich dankbar darf mir dagegen eine kleine Berichtigfüng erlauben: ich war an jenem Tage Führer des wilden Heeres.

Ach ja es wird ſo ſein, gab ſie mit einem liebenswürdig unbefangenen Lächeln zur Antwortverzeihen Sie mir, daß ich das vollſtändig vergaß. Aber dieſes Feſt, wandte ſie ſich an den Fürſten,war wirklich eines der gelungenſten, dem ich je bei⸗ wohnte.

Ja, Rodenberg verſteht es, dergleichen zu arrangiren, und deßhalb muß ich nochmals mein Bedauern ausdrücken, daß Sie un⸗ ſere lebenden Bilder von heute Abend nicht ſahen ja, wir können ſtolz darauf ſein, nicht wahr, Oheim nicht wahr, Gräfin? Ich bin wirklich troſtlos, unſere reizende Scenerie nicht vor die Kenner⸗ augen der Marcheſa bringen zu können.

Auch ich bedaure das aufrichtig, entgegnete die ſchöne Spa⸗ nierin,und verſichere Eure Königliche Hoheit, daß ich das Ge⸗