28 Fünfundvierzigſtes Kapitel.
„Sie hat vielleicht ihre Gründe dazu gehabt,“ ſagte Rodenberg in einem bittern Tone.
„Ich bin nun begierig, ob ſie den langen, ernſthaften Mann hier als ihren Gemahl vorſtellen wird— alſo ſie iſt ſchon an⸗ gekommen?“
„Schon geſtern, und ſie wurde für heute Abend hier im Schloſſe erwartet.“
„Ohne indiscret ſein zu wollen: ſtehen Sie mit ihr noch in irgend einer Verbindung.“
„Nicht in der allergeringſten.“
„Und ſahen ſie alſo eine lange Reihe von Jahren nich
„So iſt's, Mylord,“ erwiederte Rodenberg, indem er ſich zu einem Lächeln zwang. 4
„Nun, da bin ich begierig, wie Sie von ihr empfangen wer⸗ den— ob ſie ſich ihres wilden Jägers noch erinnert.“
„Vielleicht eines wilden Jägers, und mehr kann ich ja nicht verlangen.“
Lord Warren hatte ſeine Uhr hervorgezogen und meinte, einen Blick darauf werfend:„Da haben wir eine kleine Stunde an⸗ genehm verplaudert— welcher Gewinn— es iſt zehn Uhr— um eilf Uhr wird ſoupirt; in dieſer Zwiſchenzeit wollen wir, wenn es Ihnen recht iſt, dem Gewühle der Tanzenden zuſchauen— vor allen Dingen aber, Rodenberg, wo wohnen Sie, wann kann man Sie ſehen?“
„Neben dem Marſtallgebäude, Jägerſtraße Nummer vier, und für Sie bin ich natürlicher Weiſe ſteis zu ſprechen, ſo oft ich zu Hauſe bin.“
„Und wann iſt das gewöhnlich?“
„Bis gegen eilf Uhr Morgens und ſehr häufig von Nachmit⸗ tags zwei bis ſechs Uhr, wo ich zuweilen zu Hauſe, häufiger aber noch in irgend einer Reſtauration zu Mittag eſſe.“
„Gibt es unter dieſen Reſtaurationen auch ein Lokal, wo man ſich zuweilen Abends ſehen und ein Bißchen ungenirt ſein kann?“
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