Teil eines Werkes 
56. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Ich bin Dir nah', Du ahnſt es nimmer! 27

und ſie, wie ich mir, ich weiß nicht, von wem, erzählen ließ, in Köln wiederzuſehen!,

Ja, ich läugne das nicht eine Fortſetzung jenes blenden⸗ den Traumes mit ſehr enttäuſchendem Erwachen!

Ah, ſie war ſehr vornehm und ſehr ſtolz, die Marcheſa de Monterey ich ſah ſie in London wieder als enfant le plus gaté der hohen Ariſtokratie ſie behandelte mich ausnahmsweiſe gnädig, ſie erinnerte ſich ſogar jenes denkwürdigen Tages und plau⸗ derte lange mit mir darüber.

Nun, ſehen Sie, das ſind wohl die gleichen Erfolge, die ich gehabt, und wenn ich Ihnen Ihre kleinen Anſpielungen zurückgeben wollte, ſo könnte ich ſagen, die Marcheſa de Monterey, welche es lange Jahre ablehnte, hieher zu kommen, trifft jetzt auf einmal hier ein, da auch Lord Warren eingetroffen iſt.

So iſt ſie ſchon hier?

Sie wußten, daß ſie käme?

Allerdings wer, der ſich mit Zeitungen beſchäftigen muß, ſollte das nicht wiſſen? Alſo ſie iſt ſchon hier?

Mit ihrem Gemahl.

Mit was? fragte Lord Warren, indem er den Anderen er⸗ ſtaunt betrachtete.

Mit ihrem Gemahl mit Don Joſe Don Joſe iſt ihr Gemahl.

Ah bah! entgegnete der Legations⸗Secretär und ſetzte nach einer kleinen Pauſe hinzu:Ich habe gewiß ſo eben ein recht alber⸗ nes Geſicht gemacht, denn das war mir eine ganz unerwartete Nachricht Ihnen wohl auch, als Sie davon hörten?

Sehr unerwartet ich will das nicht läugnen kaum glaublich, und doch iſt dem ſo!

Trau' Einer dieſen Weibern, begreife Einer die Beweggründe ihres Handelns! In London nahm man ſtillſchweigend an, Don Joſe ſei ihr Oheim, und ſie that nichts, um irgend Jemandem dieſen Irrthum zu benehmen.