24 Fünfundvierzigſtes Kapitel.
der mir, von Paris kommend, jene Stadt als Zuſammenkunfts⸗ ort bezeichnete.“
„Ich begreife wohl, daß ein Zuſammentreffen der Art Ihre Phantaſie beſchäftigen konnte— und Sie erfuhren ſpäter nichts mehr von der Familie?“
„Herr Specht, dem ich meine Adreſſe gab, war ſo freundlich, mir nach Baden die Anzeige zu machen, daß er wegen andauernden Unwohlſeins ſeiner Frau die Reiſe habe abkürzen müſſen und deß⸗ halb auch nicht im Stande ſei, nach Baden zu kommen, wie er mir feſt verſprochen. Auch verehrte er mir ſeine Photographie— ich kann ſie Ihnen morgen zeigen; die der jungen Dame wäre mir lieber geweſen— auch Sie hätten alsdann urtheilen können, ob es etwas Unähnlicheres geben kann.“
„So ſah Edelweiß ihrer Mutter ähnlich?“
„Ja, wenn ich das nur wüßte— ich hatte nicht das Glück, die Bekanntſchaft der Letzteren zu machen, da ſie während meines Aufenthaltes in Zürich ihre Zimmer nicht verließ.— Jetzt habe ich Sie aber vielleicht mit meinen kleinen Erlebniſſen gelangweilt und Sie von Beſſerem und Schönerem abgehalten— vielleicht wollten Sie tanzen oder dem Tanzen zuſchauen?“
„Beides hat hier für mich kein Intereſſe; auch bin ich ein Bißchen müde— ich hatte die lebenden Bilder zu arrangiren. Sie kamen wohl ſpäter? Ich bemerkte Sie wenigſtens nicht unter den Zuſchauern.“
„Leider kam ich ſpäter, und wie ich gehört, ſoll mir ein großer Genuß entgangen ſein— Ihre lebenden Bilder, ſagte man mir, ſollen ganz außerordentlich gelungen geweſen ſein— begreiflich— waren Sie doch ſchon von je her berühmt in Ihren Arrangements von Feſtlichkeiten und ſo weiter— ach, wie lebendig ſteht noch das herrliche Künſtlerfeſt von damals mir vor den Augen, und beſonders Ihre wilde Jagd— ich ſah nie etwas Schöneres! Doch ich ver⸗ geſſe, Ihnen den Grund mitzutheilen, warum ich ſo ſpät kam, glaube aber, Ihnen ſchon geſagt zu haben, daß ich Vieles und
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