Ich bin Dir nah', Du ahnſt es nimmer! 17
Der Freiherr von Schenk hatte die beiden eben Genannten von dem Wunſche des Generals in Kenntniß geſetzt, und da der General als ein Mann bekannt war, der ziemlich rückſichtslos das ſagte, was er ſich einmal zu ſagen vorgenommen hatte, ſo erſchienen die drei Herren mit ſehr freundlicher Miene bei dem projectirten Whiſt zu Fünfen.
Rodenberg hatte bis jetzt dies ganz ruhig mit angeſehen; als aber die Karten gezogen werden ſollten, ſagte er zu dem alten General:„Wenn Eure Excellenz es mir nicht ungnädig aufnehmen wollen, ſo bitte ich, mich von der Partie zurücktreten zu laſſen— ich habe noch ein paar Anordnungen zu treffen, und ohne mich ſind die Herren ja ſchon zu Vieren.“
„Zu Fünfen iſt ein recht angenehmes Spielen,“ meinte Baron Hund vom Höllenſteine, während der alte General ſo lachte, daß die Epaulettes auf ſeiner Schulter förmlich tanzten.
„Man kann dabei zweimal austreten,“ ſagte der Freiherr von Schenk. 3
„Und ich ſpiele gern zu Fünfen,“ verſicherte der Staatsrath von Stumpfenfels.
Der Maler beantwortete dieſe freundlichen Aeußerungen mit einer ehrerbietigen Verbeugung und ſagte alsdann, einen Schritt zurücktretend:„Ich bin Ihnen ſehr dankbar für Ihre freundliche Einladung und werde mir mit Vergnügen erlauben, ein andermal davon Gebrauch zu machen.“
„Darauf rechne ich,“ ſagte der General, indem er ihm die Hand reichte.
„Wir machen uns ſtets eine Ehre daraus,“ ſprach Hund vom Höllenſteine.
„Bei der nächſten Veranlaſſung hoffen wir..“ ſetzte der Kammerherr Freiherr von Schenk hinzu.
„Vergeſſen Sie uns nicht,“ ſchloß der Staatsrath von Stumpfenfels.
Rodenberg, der noch einen Augenblick ſtehen blieb, um dem


