16 Fünfundvierzigſtes Kapitel.
vielleicht widerſtrebend, nicht ein freundliches Kopfnicken oder ein angenehmes Wort gehabt hätten; Andere aber traten herzlich auf ihn zu, ſchüttelten ihm die Hand und ſaglen ihm ſo laut als mög⸗ lich, wie entzückt ſie geweſen ſeien von ſeinem Arrangement der lebenden Bilder—„Sie tanzen nicht,“ ſagte ihm ein alter, ver⸗ dienter Offizier, der General von Möllendorf, aus dem gewöhnlichen Soirée⸗Geplauder machen Sie ſich auch wenig— kommen Sie, wir wollen Leute zu einer Partie Whiſt werben— he, Baron Hund, ſind Sie engagirt?“
„Noch nicht,“ liſpelte der vom Höllenſteine; doch als er ein paar Schritte näher gekommen, ſeine Lorgnette aufgeſetzt und Roden⸗ berg erkannt, ſetzte er raſch hinzu:„Wie ich ſo vergeßlich bin— habe ich doch dem Staatsrathe von Stumpfenfels verſprochen, eine Partie mit dem Strohmanne zu machen!“
„Dabei ſind Sie ſehr an Ihrem Platze,“ konnte ſich der alte General nicht enthalten, ihm zu ſagen—„kommen Sie, wir finden ſchon beſſere Leute.“
„Eure Excellenz geſtatten mir, zu bemerken, daß ſich die Fürſtin ſo eben in's Spielzimmer zurückgezogen.“
„Deſto beſſer, und um Allen ein Vergnügen zu machen, will ich ein paar Leute engagiren, die dieſes Engagement nur mit getheiltem Herzen annehmen— kommen Sie!“ Damit zog er Rodenberg davon.
„Da iſt der Kammerherr Freiher von Schenk, der eine kleine Million darum gäbe, wenn er zur allerhöchſten Spielpartie befohlen würde— Herr Kammerherr,“ rief er dieſem zu, als ſie in's Spiel⸗ zimmer eingetreten waren,„ich lade Sie zu einem kleinen Whiſt ein!“
„Mit Vergnügen, aber ich ſpiele gern zu Vieren mit Austreten.“
„Das können wir haben— auch zu Fünfen, wenn es Ihnen ſo lieber iſt— da ſehe ich Stumpfenfels und den Baron Hund immer noch auf einen anderen Strohmann warten— bitte, ihnen
zu ſagen, ich ließe ſie erſuchen, bei uns einzutreten— wir haben hier einen charmanten Tiſch, wie in einer Laube, und hören von der Tanzmuſik gerade genug, um zu wiſſen, daß wir auf einem Balle ſind.“


