310 Vierundvierzigſtes Kapitel.
Rafael lächelte wie Jemand, der gern eine Mittheilung machen möchte, in das Geſpräch eines Anderen hineinlächelt, und der doch zu beſcheiden iſt, dies ohne Aufforderung zu thun.
4„Ich ſprach vorhin ſchon von der Rheinreiſe unſeres kleinen Freundes— laß Dir erzählen, mit wem er auf dem Dampfboote zuſammentraf.“
„Nun, mit wem denn? Rafael, laß hören!“
„Wir fuhren von Mainz an einem heißen Tage den Rhein abwärts,“ erzählte Rafael,„das Schiff war ſehr voll, und ich war
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froh, ein ſchattiges Plätzchen hinter einem der Radkaſten gefunden zu haben— die Paſſagiere gingen an mir vorüber und ſprachen von Biebrich, an dem wir vorüberkamen, von Geiſenheim mit ſeinen rothen Kirchthürmen, vom Johannisberge, bewunderten die
4 alte Brömſer Burg, die von außen wie ein unwirthbarer Stein⸗ haufen erſcheint und im Innern die zierliche, reizende Wohnung 6 der Gräfin Ingelheim verbirgt. Sie erklärten einander den Weg 6 von Rüdesheim nach dem Niederwalde, erzählien die Sage vom Mäuſethurm und dergleichen.“
„Mir ſcheint, Rafael gibt uns einen Auszug aus ſeinem 4 Reiſeberichte.“ „Vielleicht!“ „Aber nur in der Abſicht, um Sie in die Stimmung zu ver⸗ ſetzen, in die ich durch dieſes Geplauder rechts und links kam und
dem tactförmigen Rauſchen der Räder nur noch wie im Traume
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eeinfach zu verſtehen, und auf ihr beruht das Syſtem der Propeller. „Van der Maaßen!“ „Allerdings war er es, den ich, raſch aufſpringend, vor mir ſah; er war äußerſt elegant gekleidet und neben ihm ſtand eine nicht mehr ganz junge, aber immerhin noch recht hübſche Dame.“
in der ich alle dieſe Reden, dieſe Ausrufe der Bewunderung bei
hörte. Plötzlich aber ſchlug eine Stimme an mein Ohr, die auf einmal meine ganze Aufmerkſamkeit in Anſpruch nahm; es war eine hohe Fiſtelſtimme, welche ſagte: ‚Die archimediſche Schraube iſt ſehr


