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Vierundvierzigſtes Kapitel.
und ſagte, behaglich in ſeinen Stuhl zurückgelehnt:„Wie gern erinnere ich mich jenes letzten Abends unſeres Beiſammenſeins und meiner nächtlichen Fahrt mit dem Herrn Major von Werdenberg, den ich morgen aufſuchen werde.“
„Vergiß nicht, daß er Oberſt geworden iſt!“
„Aber wahrſcheinlich ein eben ſo räuberhaft guter Kerl, wie ehemals. Auf der alten, prachtvollen Burg, wohin er mich damals brachte, verlebte ich einige wunderbare Jahre— ich malte ſtill und fleißig und kann Dich verſichern, keine ſchlechten Bilder.“
Rafael lächelte ſtill vergnügt in ſein Glas hinein, und Roden⸗ berg ſagte:„Ganz vortreffliche Bilder ſind es, die Du dort gemalt, und jener kleine Schelm, der ſich im vergangenen Jahre eine Rhein⸗ reiſe erlaubt, hat darüber einige unſterbliche Artikel geſchrieben.“
„Danke Dir, mein Sohn— Gott möge es Deinen Kindern vergelten! Bei meinen Arbeiten, meiſtens allein, mit Ausnahme eines Jahres, in dem ich mit Bergmüller gemeinſchaftlich arbeitete, gewöhnte ich mich ſo an die Einſamkeit, daß ich wahrhaftig ein Mönch geworden wäre, hätte ich ein paſſendes Kloſter in der Nähe gewußt.“
„Und Knorx, mein guter Knorx,“ rief Rodenberg, raſch ſein Glas erhebend,„wie konnte ich ſo vergeßlich ſein und nicht ſchon lange nach ihm fragen? Die letzten Nachrichten, welche ich von ihm aus Köln erhielt, ſagten, auch er ſei nach Italien gezogen, er
habe eine Römerfahrt gemacht.“
„Und in der vollſten Bedeutung dieſes Wortes: er ging nach Rom und trat dort als Bruder in das Capucinerkloſter.“
„Und warum wühlte er ſich gerade einen ſolchen Ort?“
„Um frei zu ſein und Zeit zu ſeinen Arbeiten zu haben; er meißelt Euch jetzt ganz wunderbare Heilige in Stein und ſogar in Marmor— im Kloſter haben ſie ihm ein Atelier hergerichtet, wo ich ihn öfters beſuchte und bei den braunen Kutten manche heitere Stunde verlebte; auch fehlte es alsdann nie an einem vortrefflichen Glaſe Orvieto, natürlich nur mir, dem Gaſte, zu Ehren, doch hielten
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