Wohl eine Ueberraſchung iſt mein Kommen! 303
Spanien, und ich fürchtete wahrhaftig, Dich ſo bald nicht wieder⸗ zuſehen.“
„Es war auch nur die Sehnſucht nach Euren Geſichtern und nach deutſcher Luft, die mich zurückführte— die ſpaniſchen Bilder laufen mir nicht davon; doch will ich vorher noch ein Jahr herum⸗ ziehen und ſehen, was es hier bei Euch Neues gibt— was weißt Du von den alten Freunden?“
„Leider nicht viel— Bergmüller, der ein tüchtiger Landſchafter geworden iſt, ſchickte zuweilen Einiges zur Ausſtellung hieher— war auch ſelbſt einmal da— er iſt dicker geworden und ſchon einige Male Vater; ſeine Schwiegermutter ſtarb, und ſo geht es ihm auch in dieſer Richtung vortrefflich— aber trinken mußt Du, Walter, trinken— wir wollen luſtig ſein— ein Glas dem An⸗ denken unſerer Freunde!“
„Aus vollem Herzen!“
„Nun ſage mir vor allen Dingen, was weißt Du von Olfers? Von ſeinen prachtvollen Bildern ſahen wir verſchiedene hier, aber von ihm ſelbſt habe ich keine Sylbe erfahren.“
„Er hatte Rom verlaſſen und war nach Florenz gegangen— dort ſah ich ihn ſpäter— er empfing mich herzlich und freundlich, doch vermied er es, von vergangenen Tagen zu reden.“
„Unſer armer Freund, wie einſam er in der Welt herumzieht
„Aber ſie thut ihm wohl, dieſe Einſamkeit, ſie lindert ſeine trübe Stimmung, da ſie ihn träumen läßt von einer glücklichen Vergangenheit und ihm erlaubt, immer noch Luftſchlöſſer für die Zukunft zu bauen. Er ſagte mir das gerade und ehrlich heraus, und deßhalb ſah ich ihn auch nur ſelten. Wie furchtbar ſchön drückt ſich ſein umdüſtertes Gemüth in den großartigen Com⸗ poſitionen aus, die ich von ihm ſah; er entwarf gerade ein präch⸗ tiges Bild, die Peſt in Florenze, gewaltig und ergreifend in der Anlage: eine Proceſſion, die hohe Geiſtlichkeit an der Spitze, durch⸗ zieht die Straßen, in denen man die grauenhafteſten Gruppen von Todten und Sterbenden ſieht, um den Himmel anzuflehen, daß er
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