Teil eines Werkes 
55. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Wohl eine Ueberraſchung iſt mein Kommen! 301

ſich eine Zeit lang ſchweigend umſchlungen, wobei es ſonderbar an⸗ zuſehen war, welch' finſtere Grimaſſen der alte Maler ſchnitt, um ſeine Rührung zu verbergen, wogegen Rodenberg ſich durchaus nicht ſcheute, laut und vernehmlich zu ſchluchzen.

Der kleine Rafael ſtand dabei und griff an ſeinen Kopf, um auf demſelben vielleicht die uns wohlbekannte verzierte, rothe, ſack⸗ ähnliche Mütze zu finden und dieſelbe wie bei früheren heiteren Ge⸗ legenheiten zum Beweiſe ſeines Mitgefühls an die Zimmerdecke zu ſchleudern. Da er dieſe Kopfbedeckung begreiflicher Weiſe nicht fand, ihm aber jenes wunderbare Lied eigener Dichtung und Compoſition einfiel, ſo konnte er nicht umhin, dieſes anzuſtimmen und dazu ein ausgezeichnetes Solo zu tanzen.

Nun ſetze Dich, Walter, und erzähle, welch glücklicher Zufall Dich hieher gebracht Anton, ein Gedeck hier iſt ein Stuhl ah, welche Freude!

Einen Zufall will ich das gerade nicht nennen, ſagte der alte Malerheute Mittag angekommen, wollte ich mich gerade auf der Eiſenbahn nach Dir erkundigen, als ich ſah, wie eine Geſtalt, die mir bekannt vorkam, einige Briefe in die Brieflade ſtopfte.

Rafael?

Ja, er war es, und wenn der Kerl auch ſo verwandelt aus⸗ ſieht, wie der Engerling im vierten Jahre, ſo erkannte ich ihn doch augenblicklich wieder an ſeinem ſchaukelnden Gange und dann an ſeinem kindlichen Lächeln, das er noch nicht verloren hat.

Und ob ich Herrn Walter erkannte augenblicklich aus dem ganzen Menſchenſtrome heraus, der an mir vorbeikam meine Freude könnte ich unmöglich beſchreiben!

Das muß ich ihm bezeugen es war rührend anzuſehen ich glaube, es gab Zuſchauer genug, die mich für ſeinen lang ent⸗ behrten Vater hielten. K

Dann wollte er zu Ihnen, Herr Rodenberg; doch wußte ich von Ihrem Diener, daß Sie nicht zu Hauſe ſeien, und dann er⸗