Teil eines Werkes 
55. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Wohl eine Ueberraſchung iſt mein Kommen! 299

Rafael hatte der erhaltenen Weiſung zufolge geklingelt und ſtand nun vor dem Tiſche, an welchem Rodenberg bereits ſaß, über die Lehne des Stuhles gebeugt und den Anderen lächelnd betrachtend. Ein Diner zu Zweien iſt allerdings etwas Schönes, ſagte er, aber es gibt doch Fälle, wo die Unterhaltung ſtockt.

In dem Falle ißt man mit um ſo größerer Ruhe und Be⸗ haglichkeit.

Drei iſt eine vortreffliche Zahl Zwei eſſen und der Dritte kann ſie unterhalten.

O ja, wenn ich nur einen Dritten herzaubern könnte, der mir angenehm wäre.

Der kleine Mann blickte über Rodenberg hinweg abermals nach der Thür und zog dann verſtohlen wieder ſeine Uhr hervor; dann ſetzte er ſich und ſchaute ſeinen freundlichen Wirth an, der in Er⸗ wartung der Suppe ein Stück in Salz getauchtes Brod und den ſanft erwärmten Rothwein dazu verſuchte.

Dein Vergleich von vorhin iſt in der That nicht ohne, ſagte er alsdann.Dein Chef⸗Redacteur hat ſich wieder auf Tod und Leben mit uns herumgebiſſen ich mußte heute viel darüber hören, und gelegentlich kannſt Du ihm ſagen, ſeine beiden erſten Artikel ſeien maßlos grob geweſen, und es ſei ein Glück, daß er den dritten als magenerwärmendes Mittel darauf geſetzt trinke doch, Rafael, und ſei luſtig ich weiß nicht, Du ſchneideſt heute abſonderliche Geſichter und Dein Schmachten mit der Thür will nicht aufhören nun, da iſt der langſame Kellner biſt Du jetzt zufrieden?

Wir werden bald zufrieden ſein, denn die Suppe ſcheint vortrefflich.

Angenehm erwärmend wie Euer dritter Artikel und ich brauche heute etwas Erwärmendes und Aufregendes deßhalb wollen wir trinken.

Und ſie ſtießen die gefüllten Gläſer an einander.

Rodenberg lehnte ſich darauf in ſeinen Stuhl zurück, ſah an die Decke empor und ſagte:Heute wurde ich auf eine eigenthüm⸗