Teil eines Werkes 
55. Bd. (1873) Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Wohl eine Ueberraſchung iſt mein Kommen! 295

Auf beſonderen Befehl des Fürſten das kann man nicht abſchlagen.

Gewiß nicht, wenn es wirklich der Befehl Seiner Königlichen Hoheit iſt; es könnte aber auch wohl ſein, daß man die Lucrezia Borgia dran bringen will, um eine junge Dame, von der ich ſpre⸗ chen hörte, als Orſini auftreten zu laſſen.

Die Berger eine mittelmäßige Sängerin doch iſt mir das gleichgültiger, als bei der Valentine, da ich mit ihr eigentlich nichts zu thun habe..

Mich dauert nur die arme Gerhold ich weiß in der That nicht, warum man ſie zurückſetzt.

Ich auch nicht, und es iſt eine ihrer beſten Rollen.

Wie ich hörte, ſagte Rodenberg in gleichgültigem Tone,hat ſie ſich darüber bellagt, und da die Gerhold gute Freunde hat, ſo kamen dieſe Klagen ſogar zu den Ohren des Fürſten.

Nun, und Seine Königliche Hoheit?

Können ſich um dergleichen Kleinigkeiten nicht bekümmern; doch ſagte der Fürſt, wie ich mit meinen eigenen Ohren gehört, er mache ſich durchaus nichts aus der Luerezia Borgia.

Das haben Sie wirklich gehört, Herr Rodenberg? fragte der Sänger in einem pikirten Tone.

Wie ich Ihnen ſage ich ſtand dabei.

Gut, gut, erwiederte Herr Eichner, indem er mit einer würdevollen Bewegung die Zipfel ſeines langen Radmantels dichter um ſeinen Hals ſchlang;ſo ſind wir armen Künſtler immer der Spielball aller möglichen Launen auf meine Wünſche nimmt man keine Rückſicht, und ich ſoll dieſen langweiligen Gennaro ſingen, damit es jenem Fräulein Berger möglich wird, durch das unver⸗ wüſtliche Trinklied einen Applaus zu bekommen, und damit Herr Beil, der Liebling des Capellmeiſters, Gelegenheit erhält, dem Publi⸗ kum mit ſeiner heiſeren Stimme wieder einmal zubrüllen zu können, daß er Venedig's Macht nicht fürchte; aber ich fürchte eine andere Macht auch nicht, und da ich jetzt in der That wieder ein ſehr