XLIV. „Wohl eine Ueberraſchung iſt mein Kommen!“
odenberg war eine jener biegſamen, elaſtiſchen Naturen, die
im Stande ſind, Leid und Weh zeitweiſe im Tiefſten des Herzens zu verſchließen, ſo daß dieſe traurigen Geſellen alsdann nicht an die Oberfläche zu dringen vermochten, um ſeine ruhige, wenn auch nicht heitere Laune, die er gewaltſam herbeigerufen, zu zerſtören. Auf dem Wege durchs Schloß und nach ſeiner Wohnung, wo
er ſeinen Frack mit einem unſcheinbaren Rocke und den hohen, ſchwarzen Hut mit einer leichten, weichen Kopfbedeckung, die ihn in ihrer maleriſchen Form ſo angenehm und doch wieder ſchmerzlich an vergangene Zeiten erinnerte, vertauſchte, ſowie auch von ſeiner Wohnung nach dem kleinen Gaſthauſe, welches das Schild ‚Zur goldenen Kanne’ führte, hatte er ſich unabläſſig mit Juanita und mit dem beſchäftigt, was er vom Prinzen über ſie gehört.— Wie oft ſeit jenen Tagen hatte er ſie der Härte, der Liebloſigkeit, der Grauſamkeit beſchuldigt, wie oft hatte er verſucht, ſie zu haſſen, wenn er an das traurige, kalte Ende jenes wunderbaren, duftigen Märchens gedacht, wenn ihr letzter Ruf wieder ſo lebendig in ihm erklang, wenn er bedachte, daß ſo manches Jahr verfloſſen war, eine ſo lange, lange Zeit, in der ſie ihm abſichtlich fern geblieben, in der ſie alle ſeine Schritte vereitelt, ſich ihr zu nähern und ſie ſeiner tiefen Reue und ſeiner unwandelbaren Liebe zu verſichern.


