Teil eines Werkes 
55. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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280 Dreiundvierzigſtes Kapitel.

herum wieder auf's Neue begonnen hatten.„Eigenthümlich,“ ſagte er alsdann,„daß Sie von der Nachricht, die ich Ihnen mittheilte, noch nichts gewußt— ſprach denn der Fürſt nicht mit Ihnen darüber?“

„Mit keiner Sylbe— er erwähnte wohl früher eimal der Sen⸗ nora de Monterey, ſprach auch wohl den Wunſch aus, ſie zu hören, gab mir aber nie einen Auftrag in dieſer Richtung.“

„A— a— a-—ah, ich verſtehe— ein kleines gelungenes Ma⸗ növer meiner hochverehrten Schwägerin— die Marcheſa iſt nicht nur eine große Künſtlerin, ſondern auch eine vornehme Dame, die jedem Salon zur Ehre gereicht, die man ſogar en petit comité empfan⸗ gen kann und empfangen wird.“

„Ich verſtehe nicht ganz, was Eure Hoheit meinen.“

„Sie ſind oft ganz erſchrecklich unſchuldig— begreifen Sie denn nicht, daß man es vermeiden will, die Marcheſa von Ihnen hergebeten, von Ihnen eingeführt zu ſehen— aber es gefällt mir durchaus nicht, daß der Fürſt von dieſer Angelegenheit gegen Sie geſchwiegen— bemerken Sie ſonſt eine Veränderung an ihm?“

„Zuweilen glaube ich allerdings eine Zurückhaltung an ihm zu bemerken, doch nur vorübergehend und immer nur gewiſſe An⸗ gelegenheiten betreffend.“

„Und bei welchen Angelegenheiten iſt das zum Beiſpiel? Hal⸗ ten Sie mich wegen dieſer Frage nicht für neugierig oder indiscret

— ich thue ſie nur in Ihrem Intereſſe.“

„Beſonders ſeine Vermählung betreffend— nach welcher doch ſo Manches anders werden wird und ſich wohl auch meine Stellung ändern kann.“

„Ja, ja,“ machte der Prinz nachdenklich, indem er mit dem Kopfe nickte,„da wird ſich allerdings Manches ändern und auch in Ihrer Stellung, mein lieber Rodenberg— ich will damit durch⸗ aus nicht geſagt haben, zum Schlimmen, aber Sie werden mir die Wahrheit des Sprüchwortes zugeben: ein jeder Wechſel ſchreckt den

Glücklichen.“