20 Dreiunddreißigſtes Kapitel.
meine ſchwarze Perrücke eine Schellenkappe ſetze— es wird von ungeheurer Wirkung ſein!“
„Aber nicht ganz paſſend für den Charakter der wilden Jagd, mein lieber Kerl; ſpare Deine Schellenkappe für heute Abend auf den Gürzenich— das iſt eine Steigerung.“
„Chez ma foi Tu as droit!“
Alle lachten, ſo daß ſich van der Maaßen nicht enthalten konnte, mit einzuſtimmen, indem er ſagte:„Ihr ſeid wohl erſtaunt über mein Franzöſiſch und daß ich es darin ſchon zu einem Reime gebracht habe— oui, oui, j'aperçois mes avantpas avec tres beaucoup plaisir.“
„Aber ſo, daß man Dich wenigſtens für einen geborenen Pa⸗ riſer halten wird,“ konnte Rodenberg ſich nicht enthalten, ihm mit luſtigem Lachen zu ſagen;„das iſt aber gleichviel, Du bleibſt bei allem dem doch ein vortrefflicher Kerl und guter Freund!“
„Man hat mir geſtern erzählt,“ warf Rüding nach einer Pauſe leicht hin,„ſie hätten Dir in Deinem Hotel gekündigt, van der Maaßen.“
„Comment? me? pour que pour une cause?“
„Du hätteſt Deiner alten Leidenſchaft gefröhnt und überall Schrauben ausgezogen, beſonders an der Kammerthür eines der Stubenmädchen.“
»Monstre, c'est non vrai, de puis long temps j'ai pas tiré un seul coup de vis et pour la porte des filles d'appar- tements, j'ai jamais eu un sentiment, mes désirs montent in- ſini plus hautement— haſt Du mich vielleicht verſtanden?“ ſchloß er in einem Tone der Geringſchätzung gegen den kleinen Maler.
„Ich prophezeihe Dir einen Fauteuil in der franzöſiſchen Aka⸗ demie,“ ſagte Walter augenſcheinlich erheitert,„und es iſt wahr, Du haſt in der That raſende Fortſchritte gemacht!“
„»Pourquoi je vous prie autour un déjenner— denn ich ſehe, dort wird eben für Euch der Frühſtückstiſch gerichtet, und
mit welchem Aufwande— ah, das laß ich mir gefallen, Thee,
Auſtern und Champagner in Eis— je tirerais avant votre hotol.“


