Teil eines Werkes 
55. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Allen wohl und Niemand weh! 19

Ein Wunſch, in den ich von Herzen einſtimme, hörte man jetzt die dünne Fiſtelſtimme van der Maaßen's ſagen und ſah ſeine große, dicke Geſtalt unter der Thür ſtehenfort mit allen Grillen Vive le Carnaval! Aber Du, Walter, fuhr er in gemüthlichem Tone fort,ſiehſt mir eigentlich nicht aus, wie der Anfang eines luſtigen Tages!

Er präbarirt ſich auf den Drachen Griesgram, den er im Zuge vorſtellen wird, meinte Rüding;er wird mit ſeinem wunder⸗ baren Coſtume, das wir vom Künſtlerfeſte her kennen, hier das ungeheuerſte Aufſehen erregen!

Liebes Kind, das wird er auch, entgegnete Walter, wobei er dem ſanften Eduard auf die Schulter klopfte;es iſt das ein Coſtume, tief erdacht und ſinnig ausgeführt; aber um es zu be⸗ greifen, muß man nicht ſchwach auf der Bruſt ſein, wie gewiſſe Leute!

Er tippte bei dieſen letzten Worten leicht mit ſeinem Zeige⸗ finger auf die Stirn.

Jungens, ſagte van der Maaßen im heiterſten Tone,es iſt draußen ein prachtvolles Wetter, klarer Himmel und durchaus nicht kalt; auch wird es ſchon in allen Ecken und Winkeln des alten Köln lebendig. Ich ſage Euch, einen grandioſeren Maskenzug wie den heutigen hat die alte Stadt niemals geſehen, und wir werden Aufſehen machen wüthendes Aufſehen; denn Alles iſt ſchon von dem entzückt, was es geſtern Nacht von der wilden Jagd zu ſehen bekam. Aber um Eines bitte ich Dich, Knorx, halte Dich nicht gar ſo ſchleichend und melancholiſch, ſei ein etwas heiterer, vergnügterer Tod, ſo ein Tod auf dem Schlachtfelde oder nach einem luſtigen Gelage, nur nicht wie geſtern, ſo ein ſtill ſchleichen⸗ der, nächtlicher Würgengel!

Das war geſtern Abend ganz am Platze, erwiederte der lange Bildhauer in gemeſſenem Tone;heute werde ich ſchon mit ein wenig Humor auftreten!

So iſt's recht! rief van der Maaßen vergnügt.Und mir mußt Du erlauben, wandte er ſich an Rodenberg,daß ich auf