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18 Dreiunddreißigſtes Kapitel.
ſchleunig gefolgt und befand mich vor dem Schloſſe— Dich, Rü⸗ ding, ſah ich indeſſen ſchon mit einem Geldbeutel in der Hand in weiter Entfernung über das Feld laufen—, da krachte es furchtbar hinter mir, das Schloß ſtürzte in ſich zuſammen, und ohne daß ich mich von demſelben entfernt hätte, ſchwand es davon in un⸗ abſehbare Weiten.“
„Das iſt kein ermunternder Traum für mich,“ meinte Roden⸗ berg,„denn da Du mich nicht draußen bei Euch geſehen haſt, ſo erſcheint es wohl, als ſei ich allein in dem zuſammengeſtürzten Schloſſe zurückgeblieben.“
„Ja, ſo kam es mir auch vor,“ gab Knorx zur Antwort, „und es war mir in einem ſpäteren Traume ſo, als hätte ich Dich wirklich unter den Ruinen geſehen, allein, verlaſſen, ſehnſüchtig nach uns ausſchauend.“
„Ein wunderbarer Traum,“ ſagte Rodenberg—„wer ihn zu deuten wüßte! Denn ſo, wie Du ihn uns erzählt haſt, kann er wenigſtens in der nächſten Zeit nicht gut in Erfüllung gehen; vergebens denke ich darüber nach, wo das prachtvolle Schloß ſein könnte— und wenn es einmal ſo käme, wie Du geſehen, ſo ſchreckt mich Dein Traum immer noch nicht, wenn er nämlich gerade ſo in Erfüllung geht. Du ſagteſt doch, ich ſei vorher unbeſchreiblich glücklich geweſen, habe den Becher der Seligkeit bis auf den letzten Tropfen geleert— meinetwegen,“ ſetzte er leiſe hinzu, indem er langſam mit der rechten über ſeine Augen fuhr,„danach mag kommen, was will!“
Walter hatte ſich unterdeſſen auch nothdürftig in ein Gewand geworfen und meinte, verdrießlich herbeiſchleichend:„Ich wäre in der That dafür, daß man dem Knorx verböte, ſeine Träume zu erzählen— wozu auch? Wenn Du, Rodenberg, nicht eine ſo glück⸗ liche Philoſophie beſäßeſt, ſo müßte Dir alsdann ſeine melancholiſche Geſchichte doch eine unbehagliche Stimmung zurücklaſſen, und das wäre gewiß ſehr unpaſſend am heutigen Tage— wir wollen luſtig ſein, ſo luſtig als möglich!“
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