Teil eines Werkes 
55. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Allen wohl und Niemand weh! 17

vom Pferde fiele, oder daß ihm der Sattelgurt platzt, oder daß ſein Gaul ſtürzt, oder daß er auf irgend eine andere Art zum all⸗ gemeinen Gelächter wird!

So was kam in meinem Traume nicht vor!

Erzähle ihn uns, entſchied Rodenberg, indem er ſein ſchönes Jagdhorn betrachtete;ich erinnere mich mit Freuden daran, wie Dein zweites Geſicht mir dieſe herrliche Gabe hier prophezeihte.

Deiner Aufforderung folge ich gern, denn Du kamſt in meinem Traume ganz beſonders vor.

So laß hören.

Mir träumte, wir ſeien gegen Abend auf einem prachtvollen Schloſſe verſammelt, jeder mit der Beſchäftigung, wie er ſie gerade liebt; Walter zum Beiſpiel malte eine Sündfluth der Alltäglichkeit, in der die echte deutſche Kunſt untergeht. Rüding ließ in der Abend⸗ ſonne eine Hand voll Gold glänzen, die er für ein unſterbliches Werk erhalten, und ich meißelte aus einem Marmorblocke die rieſen⸗ hafte Statue des heiligen Petrus.

Und ich? fragte Rodenberg.

Du kamſt aus einer Seitenhalle des Schloſſes jauchzend, freudetrunken, Deine Augen glänzten von Seligkeit und Du riefſt uns entgegen:Freunde, ich habe den Höhepunkt meines Glückes erreicht!! Das war ein böſes Wort, Arthur, denn wenn man den Höhepunkt erreicht hat, ſo iſt es folgerichtig, daß es von da an abwärts geht. Und es ging abwärts mit einer erſchreckenden Schnelligkeit. Meine Bildſäule trat fertig aus dem Marmorblocke hervor, legte mir die ſchwere ſteinerne Hand auf mein Haupt und ſagte:Mache, daß Du fortkommſt, mein Sohn!

Sprechen ſo die Apoſtel? brummte Walter;ich hatte eine andere Rede erwartet.

Mache, daß Du fortkommſt! fuhr der lange Bildhauer fort, indem er den Spötter ernſt anſah.Es war wahrlich keine Zeit, lange ausgeſuchte Reden zu führen, denn kaum hatte er aus⸗ geſprochen und kaum war ich Deinem eigenen Beiſpiele, Walter,