Teil eines Werkes 
54. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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258 Zweiunddreißigſtes Kapitel.

Zuſtande, der mir tief in der Seele weh that, als ein gar trübſeliger Kattunmüller!

Un triste Müller de cotton! rief der Zeichner des Hauſes Beauvillard u. Co., worauf Alle herzlich lachten.

Rüding hatte am Geſpräche wenig Theil genommen, ſondern war ruhig an ſeinem Aquarell ſitzen geblieben, dem er durch einige Striche hier und da noch die letzte Vollendung gab. Er befand ſich durchaus in keiner heiteren Stimmung, das ſah man an dem trübſeligen Blicke, mit dem er zuweilen an den Himmel hinauf⸗ ſchaute, und hörte einen tiefen Seufzer, den er alsdann ausſtieß, wenn er bedachte, daß das klare, glänzende Blau deſſelben ſich ſchwerlich innerhalb einer Stunde mit einem tüchtigen Schneeun⸗ wetter überziehen würde hier und da ſpitzte er auch das Maul wie ein Karpfen, indem er ſeine Zeichnung von der Seite betrach⸗ tete, und pfiff leiſe vor ſich hin, aber lauter traurige Melodieen.

Die Freunde, außer Rodenberg, waren ſchon lange fortge⸗ gangen, da ſchrak der ſanfte Eduard ſichtbar zuſammen, als es von dem benachbarten Kirchthurme zwölf Uhr ſchlug o, was hätte er darum gegeben, wenn er gewaltſam die Zeit um ein Viertel⸗ dutzend Stunden hätte vorrücken können! Denn, ehrlich geſagt, fürchtete er ſich ſo entſetzlich vor dem Spazirritte, zu dem er ſich ſo unverantwortlicher Weiſe hatte beſtimmen laſſen, daß ihm jetzt ſchon, trotzdem es nicht ſehr warm im Zimmer war, der Schweiß auf die Stirn trat und er es nicht über ſich vermochte, mit ſeinem gewöhnlichen feſten und ſicheren Schritte einherzugehen.

Zwölf Uhr, ſagte Rodenbergda kommen auch ſchon die Pferde.

Ja, die Hufe derſelben klapperten auf dem Pflaſter wie das ſo unangenehm klang, ſo markdurchbohrend, gerade ſo, als wenn Jemand mit einem Nagel auf einer Fenſterſcheibe kratzt!

Haſt Du Sprungriemen an Deinen Beinkleidern? fragte Rodenberg.

Niemals wozu auch?