Teil eines Werkes 
54. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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O, ſtille dies Verlangen!

männer habt es nicht ſo ſchwer, für Vieles Verzeihung zu er⸗ langen nicht wahr, Windmüller?

Was meine Frau anbelangt, erwiederte dieſer lachend,ſo lebte ich mit ihr nie in einem ſchlechten Einverſtändniſſe; doch war mein Zuſammenſein mit der Schwiegermutter ein beſtändiger Kampf mit dem Drachen!

Das Loos vieler Schwiegerſöhne, namentlich in Deinen Ver⸗ hältniſſen, meinte van der Maaßenich hoffe, Du emancipirſt Dich gänzlich und ziehſt Deine bunte Kattunjacke nie mehr an.

wrfſ aber um ſo öfter Deinen Malerkittel, ſagte Roden⸗ berg in ernſtem Tone:die einzige geſcheite Art, Dich dauernd zu emancipiren, wenn Du Deine Kunſt eifrig treibſt und Deiner Schwiegermutter zeigſt, daß Du im Stande biſt, ohne ihre Hülfe Deine Frau zu ernähren ſei geſcheit!

Habe ſchon angefangen, erwiederte der Angeredete heiter; anſtatt des Morgens in den Laden zu gehen, nahm ich ein tüch⸗ tiges Stück Leinwand und retouchirte eine famoſe Winterlandſchaft.

Und Deine Frau hatte ihre Freude daran?

Das will ich meinen; ſie folgte meinem Pinſel mit dem größten Intereſſe Strich um Strich ihre lachenden Augen und die freundliche Miene, mit der ſie mir zuſah, ſpornten mich an, und als ich endlich die Palette wegwarf, um zu Euch zu gehen, ſagte das gute, kleine Weib, ſie wolle mir einen Gefallen thun.

Hm, machte Walter mit einem eigenthümlichen Lächeln.

Sie wolle mich auf den Gürzenich zum Maskenballe be⸗ gleiten und werde dazu die Erlaubniß ihrer Mutter ſchon heraus⸗ ſchlagen..

Bravo, Windmüller!

Ja, das bin ich wieder nicht nur Waſſermüller, ſondern auch Kohlen⸗, Berg⸗ und Nebelmüller!

Und der Himmel ſei für dieſe Aenderung zu Deinen Gunſten

geprieſen! ſagte Rodenberg.Geſtern fanden wir Dich in einem Hackländer's Werke. 54. Bd. 4 17