Teil eines Werkes 
54. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Zweiunddreißigſtes Kapitel.

So werde ich vorher nicht ausgehen und mein Albumblatt beendigen. Rüding ſagte das mit einem Tone, der wohl gepaßt hätte, wenn er von der Anfertigung ſeines Teſtaments geſprochen.

Da aber der ſanfte Eduard ein Gemüth war, welches nicht andauernd durch irgend eine äußere Einwirkung niedergebeugt wurde, ſo gewann er ſchon während des gemeinſchaftlichen Früh⸗ ſtücks ſeine gute Laune in ſolchem Maße wieder, daß er, als Ro⸗ denberg einen Augenblick das Zimmer verlaſſen, beim Geſpräche über den bevorſtehenden Maskenzug gegen Walter gewendet zu ſagen wagte:Ich bedauere nur, daß man mir, um der jungen Dame nicht vorauszukommen, ein älteres, ſehr frommes Pferd ausgeſucht; doch ſoll dieſer alte Kerl ein famoſer Springer ſein, und wenn ſich mir eine Gelegenheit bietet, ein wenig nebenhinaus zu gehen, ſo... hier machte er einen bezeichnenden Zungenſchlagſo ſollt Ihr ſehen, daß Rüding von der Reitbahn nichts vergeſſen hat.

Rodenberg hatte unterdeſſen mit dem alten Hofhausmeiſter ver⸗ kehrt, der von ſeiner Herrin den Befehl erhalten, für alles, was Coſtume anbelange, Sorge zu tragen, und welcher dieſen Auftrag mit ſeiner gewohnten pünktlichen Gewiſſenhaftigkeit ausführte.

Der Morgen verging; Bergmüller war mit van der Maaßen gekommen, um die Freunde zum Bummeln abzuholen; erſterer ſah ſehr vergnügt aus und verſicherte händereibend, der geſtrige Auf⸗ tritt habe auf die Nerven ſeiner Schwiegermutter eine ſehr günſtige Wirkung ausgeübt.

Doch hat ſie ſich, wie ich hoffe, von ihrer Aufregung erholt? fragte Rodenberg,und Du wirſt geſtern Abend bei Deiner Rück⸗ kunft als ein verſtändiger Kerl gehandelt haben?

Das habe ich auch ich war kaum ein Bischen geiſtig er⸗ heitert und ſchon vor zehn Uhr zu Hauſe, was Madame Berg⸗ müller mit ſo großer Befriedigung aufnahm, daß ſie mich heute Morgen dringend erſuchte, nach Euch zu ſehen.

Nachdem wir die Verſöhnung des gewiſſen Jemand aus der

Novelle des Boccaccio gefeiert, ſagte Waltero, ihr Ehe⸗