Teil eines Werkes 
54. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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32 Dreiundzwanzigſtes Kapitel.

Und Sie glaubten nicht an die Nothwendigkeit, dieſes un⸗ glücklichen Ereigniſſes, wenn wir es ſo benennen wollen!

Nie, nie gewiß nicht!

Sie halten es nicht, wie Alles, was uns begegnet, für eine Fügung, die ſich zum Guten und Beſſeren wenden kann?

Ich nicht gewiß nicht!

Vor Ihnen liegt alſo meine Zukunft, wenn Sie die Güte haben wollten, ſich mit derſelben einen Augenblick zu beſchäftigen, trüb und finſter, troſtlos finſter, Sie laſſen mir nicht die Hoffnung auf einen einzigen freundlichen Lichtſtrahl, auf einen Stern, der doch wieder aufſteigen könnte, um mein nächtliches Leben zu er⸗ hellen? O, ehe Sie antworten, Conchitta, laſſen Sie mich noch zwei Worte zu Ihnen reden: Seit jenem Ereigniſſe, dachte ich wie Sie, all' die vergangenen Tage, geſtern noch, heute, die anſcheinend ſo lachende Natur hatte für mich einen Grundton von Trauer: der klare, glänzende Himmel ſchien mir umflort, wenn ich an meine Zukunft dachte da mit Einem Male ſah ich Sie, und mit Ihnen erſchien mir ein heller, verheißender Stern! 4

Nicht dieſe Worte, Herr Olfers, aus Barmherzigkeit nicht ſolche Worte! Habe ich denn eine übermenſchliche Kraft, um das zu ertragen? ſetzte ſie leiſe mit ſich ſelbſt redend hinzu.

Und jetzt geben Sie mir eine Antwort auf meine Frage von früher gibt es keine Hoffnung für mich, Conchitta? Nicht für heute und morgen, fügte er haſtig bei,nicht für die nächſten Monde, meinetwegen nicht einmal für die nächſten Jahre gibt es keine Hoffnung für mich?

Keine, erwiederte ſie mit ruhiger, feſter Stimme, indem ſie ſanft und langſam ihren Arm aus dem ſeinigen zog.

Keine wiederholte er mit tonloſer Stimmewenn Sie das ſagen, muß es wahr ſein alſo keine.

Trotzdem ſie fürchtete, ihn anzuſchauen, wollte ſie ihm doch zeigen, daß ſie nach den eben ausgeſprochenen Worten keine Scheu