Teil eines Werkes 
54. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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24 Dreiundzwanzigſtes Kapitel. 3

Wir machen den gleichen Weg ins Thal hinab? fragte Roderich. 3 Ei, das will ich meinen, ich werde doch meine Jagdbeute nicht im Stiche laſſen! Auch Du würdeſt es mir wenig Dank wiſſen, denn trotz der Poeſie unſeres Spazierganges wirſt Du Dich nach einem kleinen Diner ſehnen, bei deſſen Anfertigung ich ſelbſt meine ganze Kochkunſt entwickeln werde.

Langſam ſtiegen ſie abwärts; unten im Thale an der Stelle angekommen, wo Lytton gefiſcht, fand er ſeine Beute noch unverſehrt, gerade da, wo er ſie im Bache verborgen hatte.

Roderich war einige Schritte an der Bergwand hinaufgeſtiegen, um von dem Platze, wo er vorhin geſeſſen, noch einen Blick auf die Felsmaſſe zu richten, die er aufs Papier geworfen, und ſie alsdann noch einmal mit ſeiner Zeichnung zu vergleichen.

Hollah ho! rief der Andere von unten herauf, um ſeine Auf⸗ merkſamkeit zu erregen.Ich will Dir etwas ſagen: da Du mir Luſt zu haben ſcheinſt, nochmals jene allerdings maleriſche Stein⸗

gruppe vorzunehmen, ſo will ich Dich in dieſer Arbeit nicht ſtören,

vielmehr vorauseilen und unſer Diner beſorgen iſt Dir's recht? Gewiß! entgegnete ihm Roderich, dem es erwünſcht war,

ernſten Gedanken, trüben Bildern, die ſich ihm aufdrängten, nach⸗

hängen zu können, ohne geſtört zu werden. Der Blick, den er dort

oben in die herrliche Natur gethan, hatte ſein Herz weit geöffnet, dasſelbe aber in Erinnerung an die letztvergangenen Tage und an die zweifelhafte Zukunft, wenn er ſeiner Häuslichkeit gedachte, trübe

geſtimmt.

Er hatte ſein Skizzenbuch aufgeſchlagen, blickte längere Zeit G über die Blätter hinweg, und als er ſeiner Zerſtreuung endlich inne wurde, ſchlug er das Bnch zu und begab ſich ebenfalls auf

den Heimweg..

In kurzem hatte er das Ende der Schlucht erreicht, und dort.

erweiterte ſich der Fußweg, um alsdann in die Straße einzubiegen,