Teil eines Werkes 
53. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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So leb' denn wohl, du altes Haus! 263

Blicke nach einigen hervorragenden Schrauben warf, wie als⸗ dann Walter den Abſchiednehmenden dreimal mit der Spitze der Standarte an der Schulter berührte und zu ihm alſo ſprach:

So entlaſſen wir Dich denn hiermit aus dem engeren Künſtler⸗ verbande, indem wir Dich dabei ermahnen, dem weiten Kreiſe, der ſich um alle Künſtler ſchlingen ſoll, ſo weit die deutſche Zunge klingt, gerecht und treu zu bleiben fahre wohl!

Die Paſſagiere, welche im Wagen ſaßen, ſtreckten überraſcht ihre Köpfe, ſo viel deren Platz hatten, zu den Fenſtern heraus, um nach der Urſache dieſes Anhaltens zu ſpähen, und dabei war der Anblick, welchen ihnen der ſonderbare Umzug der Künſtler ge⸗ währte, nicht dazu geeignet, ihr Erſtaunen zu vermindern.

Jetzt kletterte Bergmüller, deſſen Rührung in der That den höchſten Grad erreicht hatte, auf ſeinen Platz, und als nun der Conducteur hinter dem Wagen hervorkam und mit auffallend poltern⸗ der Stimme fragte, ob man denn noch nicht fertig ſei und ob der Poſtillon endlich fahren wolleSternelement, ich werde Ver⸗ ſäumniß haben und Strafe zahlen müſſen! und ſich alsdann mit der Leichtigkeit eines Vogels auf das Trittbrett ſchwang, da zogen die Paſſagiere ihre Köpfe ein, da ließ Bergmüller, unfähig, zu reden, ſein Taſchentuch flattern, da gewann der Poſtillon wieder ſeinen alten, correcten Sitz, ſchnalzte mit der Zunge und ließ die Peitſchenſchnur, nachdem ſie einen großen Bogen beſchrieben, knallend zwiſchen die Vorderpferde hineinfallen.

Leb' wohl, Bergmüller!

Fahr' wohl, Nebelmüller!

Behüt' Dich Gott, Kohlenmüller!

Auf Wiederſehen, Waldmüller!

Dahin rollte der Wagen, den leichten Abhang hinab, was die Pferde laufen konnten, eingehüllt in eine Staubwolke, und Alle blickten ihm mehr oder minder wehmüthig nach, ſogar Walter ſchien bewegt, als er ſo da ſtand, ſich an die Standarte wie an eine