Teil eines Werkes 
53. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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258 Zweiundzwanzigſtes Kapitel.

kündet, ſo ſehe ich nur über wenigen Stirnen die heilige Flamme lodern....

Er ſprach das Alles in ſo eigenthümlicher und eindringlicher Weiſe, und dabei brannte in ſeinen Augen ein ſo ſeltſames Feuer, daß die Meiſten ihn verwundert, faſt beſtürzt anſchauten; nur van der Maaßen allein, der ſich mit einem tüchtigen Schlucke geſtärkt, meinte in gleichgültigem Tone:

Natürlich, Euch kommt das ſonderbar vor ich aber bin dergleichen ſchon gewohnt und verſichere Euch, es wird noch beſſer kommen.

Ich will Euch wahrlich nicht ſagen, fuhr der Seher im weißen Tiſchtuche und dem Epheukranze fort,über welcher Stirn ich eine wirkliche Flamme entdecke, oder wo einen matten Funken wie an einem ausgebrannten Schwefelholze, oder wo ein dünner Rauch, oder wo gar nichts. Und doch iſt alles das hier in unſerem kleinen Kreiſe vertreten; ich wollte Euch auch nicht nur ſagen, daß in dem Herzen der meiſten von Euch jene Sehnſucht nach einem ſchöneren Lande und einer milderen Sonne ruht, dazu braucht man in der That nicht die Gabe des Hellſehens zu haben, wie ich ſie leider empfangen, ſondern, da der Geiſt einmal mächtig über mich gekommen, kann ich nicht anders, als Euch verkündigen, daß nur wenige unter Euch ein glänzendes, ein gutes, ja, ein genügendes Ziel erreichen werden.

Natürlich, brummte Walter vor ſich hin,die deutſche Kunſt iſt ja todt um uns das zu verkündigen, brauchen wir Dich nicht, alter Maulwurf!

Laßt ihn doch,'s iſt ja nur ein Scherz, rief Bergmüller, oder vielmehr der Wein, der aus ihm ſpricht!

Doch ließ ſich Knorx durch dieſe Einreden durchaus nicht ſtören.Es iſt freilich kein Kunſtſtück, Euch das zu ſagen, dazu braucht man nur Eure Werke zu betrachten, fuhr er unerſchütter⸗ lich fort;das war es auch nicht, was ich mit meinem inneren

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