Teil eines Werkes 
53. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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246 Zweiundzwanzigſtes Kapitel.

ſchiedsfeierlichkeit veranſtaltet, damit er unter einer angenehmen Erinnerung von hier zu ſcheiden im Stande ſei.

Nach dieſem offiziellen Empfange drückte Jeder der Anweſenden dem Freunde herzlich die Hand..

Bergmüller hatte ſich ſeinen gewaltigen Haarbuſch ziemlich ſtark verſchneiden laſſen, was den Anweſenden zu allerlei ergötzlichen Bemerkungen Veranlaſſung gab. 4

Ei, Nebelmüller, ſagte van der Maaßen,Du mußt einer unbarmherzigen Delila unter die Finger gefallen ſein war es Deine Braut ſelbſt, welche Dir Dein Haupthaar ſo toll ge⸗

ſchoren hat?

Ich glaube vielmehr, die Hauptmännin⸗Mutter hat ſich, als er neulich in Köln war, ans Werk gemacht, meinte Rüding,um ſeine Kraft für hieſige Verhältniſſe ein wenig zu bändigen, bis er endlich die Tochter heimführt!

Dergleichen wäre allerdings bei Dir nicht nöthig, erwiederte Bergmüller,und obgleich Du lange Locken trägſt, ſo hat doch noch nie ein weibliches Weſen von Deiner Kraft etwas zu leiden gehabt!

Dafür iſt und bleibt er Suhido, ſagte Walter,hier ſogleich die Bemerkung Rafael's anwendend,ein gemalter Liebesgott oder ſo einer, der mit ewig geſpanntem Bogen auf dem Ofen ſteht: zielt, aber trifft nicht!

Sehr gut! lachte Rodenberg.

Wenn ich auch häufig ins Blaue ziele, erwiederte Rüding, ſo diene ich doch ſehr oft zur Zielſcheibe Deiner ſtumpfen Witze nämlich, die niemals das Schwarze treffen!

Ganz richtig, Du biſt in jeder Beziehung ein würdiger Gegenſtand!

Rüding war im Begriffe ſich zu ärgern, das bemerkte man an ſeinen zuſammengekniffenen Lippen und an der Art, wie er als⸗ dann haſtig ſeine blonden Locken hinter die Ohren ſtrich; doch