Teil eines Werkes 
53. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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So leb' denn wohl, du altes Haus! 245

Es iſt ein Bekannter von uns, Bergmüller, dem heute dieſes ehrenvolle Geleite zu Theil wird. Durch mehr als freundſchaft⸗ liche Vermittlung war ihm eine Stelle in einer bedeutenden litho⸗ graphiſchen Anſtalt in Köln in Ausſicht geſtellt worden, um dort an der Herausgabe eines großen landſchaftlichen Werkes mit⸗ zuarbeiten, eine, wie er ſich ſchmeichelte, angenehme und ergiebige Stellung, die trotzdem anfänglich ein wenig ſeinen Künſtlerſtolz verletzt, welche zu übernehmen er ſich aber doch bereit erklärt hatte, und beſonders aus dem Grunde, weil er im Herzen eine warme Neigung trug für die hübſche Tochter einer verwittweten Haupt⸗ männin, in deren Hauſe er früher gewohnt, die aber ſchon ſeit einem halben Jahre nach Köln zu ihrem Bruder, dem Beſitzer eben jener lithographiſchen Anſtalt, einem alten, kränklichen Jung⸗ geſellen, gezogen war, und da dieſe Liebe ſtark genug war, um alle Vorurtheile zu überwinden, ſo ſehen wir ihn jetzt langſam die Anhöhe hinaufſchreiten mit umgehängter Reiſetaſche, hinter ſich die robuſte Hausmagd, welche auf ihrem Kopfe den ſchmächtigen Koffer des Reiſenden trug.

Droben im Garten des ‚grünen Baumes war Alles ſo ſchön als möglich zu ſeinem Empfange hergerichtet. Da ſtand auf einem kleinen, freien Platze, unter ſchattenſpendenden Bäumen, die weiß⸗ gedeckte Tafel mit Tellern und blinkenden Flaſchen, da waren in den Zweigen hier und da kleine Fahnen aufgeſteckt mit den ver⸗ ſchiedenen Landesfarben, da prangte an der Gartenthür ein großes B, zierlich aus Laub geflochten, und da war neben dem gedeckten Tiſche die Standarte mit dem erhabenen Kurzholze und ſeinen flatternden Bändern aufrecht in die Erde geſteckt worden.

Die verſammelten Freunde empfingen den Helden des Tages bei ſeinem Eintritte in den Garten, und Walter ſagte ihm in wenigen, aber paſſenden Worten, da er nun im Begriffe ſei, das freie und luſtige akademiſche Leben zu verlaſſen und ſich hausbacken und philiſterhaft einzurichten, ſo habe man ihm dieſe kleine Ab⸗