Teil eines Werkes 
53. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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So leb' denn wohl, du altes

doch lag in dieſem Kopfe, in Hals und Fauſt eine tiefe Idee ver⸗ borgen; auch hatte er nicht ins Blaue hinein gemalt, ſondern ein Modell zu ſeiner Arbeit genommen, und zwar einen ihm befreun⸗ deten Neger, der ſich im Dienſte eines vornehmen Hauſes der Stadt befand.

Der Schwarze, eine gutmüthige Natur, hatte ſich dadurch geſchmeichelt gefühlt und an verſchiedenen Sonn⸗ und Feiertagen mit einer bewunderungswürdigen Geduld und Ausdauer Stunde um Stunde als Modell zu Rafael's Bild geſeſſen, und da der junge

Künſtler mit eben ſo großem Fleiße und ähnlicher Ausdauer malte, auch die Farben nicht ſparte, ſo hatte er etwas Anerkennens⸗ werthes geleiſtet.

Begreiflicher Weiſe war ein ſchwarzes Geſicht für einen An⸗ fänger viel leichter zu behandeln, als ein weißes— ſchwarz iſt ſchwarz und bedingt nicht die vielerlei Töne einer andern Haut⸗ farbe. Dabei nahmen ſich die kirſchrothen Lippen und die blenden⸗ den Zähne wahrhaft prächtig aus, und das Weiß um die kohlſchwarzen Augen that eine ſolche Wirkung, daß die letzteren förmlich zu rollen ſchienen.

Aber es war nicht bloß eine Studie, welche Rafael gemalt—

„Tiefer Sinn liegt oft im kind'ſchen Spiel,“

und ſo hatte auch dieſer junge Künſtler um das krauſe Haupthaar des Negers einen goldenen, kronartigen Reif gemalt, dazu eine Halskette von Perlen, und hatte ihm auf die Fauſt einen Vogel geſetzt, zu dem allerdings der ausgeſtopfte Papagei Modell geſtanden, aber durch Anbringung eines hochrothen Kammes, ſowie von Schwanzfedern in allen Farben zu einem Paradiesvogel umgewan⸗ delt worden war.

Das Kunſtwerk war an dem Tage, von welchem wir zu reden

die Ehre haben, faſt als fertig anzuſehen, und es gerrichte e Rafael Hackländer's Werke. 53. Bd. 16

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