XXII.
7„So leb' denn wohl, du altes Haus!“
Wir haben bereits in einem der früheren Kapitel dieſer
außerordentlich wahren Geſchichte bemerkt, daß mit Rafael, Roden⸗ berg's kleinem Diener, ſeit ſeiner Begegnung mit der fremden Dame, beſonders aber, ſeit er nach ihrer Anleitung mit ſo auffallendem Glücke die Rolle eines Zwerges ausgeführt, eine ſo vortheilhafte Aenderung vor ſich gegangen war, daß Walter, welcher dieſe zuerſt bemerkt hatte, brummend ſagte:
„Ich weiß nicht, was in den Kerl gefahren iſt— entweder eine große Teufelei oder eine ſchwere Krankheit oder der Drang, etwas Ordentliches zu werden— nun, wir wollen ſehen, was am erſten bei ihm zum Durchbruch kommt!“
Rafael wurde aber nicht krank, erfreute ſich vielmehr einer guten Geſundheit, welche auch wohl dadurch recht offenbar zu Tage trat, daß er ſich bemühte, ordentlich gewaſchen und gekämmt, ſowie in einem anſtändigen Anzuge zu erſcheinen, den er ſich ſelbſt von einem Theile des reichen Geſchenkes angeſchafft, das er von dem Begleiter der jungen Dame, jenem alten, finſter blickenden Herrn, erhalten hatte. Statt neue Teufeleien zu erfinden oder ſeine alten fortzuſetzen, befleißigte er ſich vielmehr eines ruhigen und geſetzten
Betragens, reinigte die Kleider ſeines Herrn mit einer großen


